GERICHTSURTEIL

Tödlicher Brand beendet Justiz-Drama im Fall Sarah H.

Mit dem Tod eines Mannes, der am Freitag beim Brand einer Wohnung in Neustrelitz ums Leben kam, endet auch die Aufklärung des Foltertods von Sarah H. in Alt Rehse.
Wegen Körperverletzung wurde der Mann, der inzwischen in Neustrelitz lebte, im Juni zu einer Geldstrafe verurteilt. Aller
Wegen Körperverletzung wurde der Mann, der inzwischen in Neustrelitz lebte, im Juni zu einer Geldstrafe verurteilt. Allerdings sollte das Verfahren erneut aufgerollt werden. Stefan Sauer
Neustrelitz.

Vieles ist noch unklar nach dem Brand eines Hauses in der Neustrelitzer Innenstadt am Freitag – etwa die Brandursache und die mögliche Vorgeschichte des Ereignisses. Fest steht bislang nur: Der 55-jährige Anwohner der Brandwohnung hat das Feuer nicht überlebt. Mit dem Tod des Mannes, der in der Nacht zu Sonnabend in einer Spezialklinik an seinen schweren Verletzungen starb, endet auch die seit Jahren andauernde und von zahlreichen Pannen und Merkwürdigkeiten geprägte Aufklärung des Todesfalls von Sarah H., denn der Tote war derjenige, dem die Justiz die Tötung der Frau zur Last legte. Der Fall hatte bundesweit immer wieder für Aufsehen gesorgt, auch der Nordkurier hatte regelmäßig darüber berichtet.

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Grausiger Fund vor vier Jahren

Polizisten hatten 2016 die Leiche der Lebensgefährtin des Mannes tot in dessen Haus in Alt Rehse bei Neubrandenburg gefunden – durch Zufall, als sie wegen einer Ruhestörung anrückten. Die 32-Jährige war zuvor unter anderem durch ihre Teilnahme an einer TV-Show bekannt geworden und aus Rheinland-Pfalz zu dem Mann nach Alt Rehse gezogen.

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Der Mann fühlte sich verfolgt

Was genau dann vor ihrem Tod passierte, hatte sich trotz mehrere Prozesse, die dem Mann bis Juni 2020 gemacht worden waren, nie so recht rekonstruieren lassen. Der Mann hatte aber offenbar unter einer Art Verfolgungswahn gelitten und sich sowohl vom Bundesnachrichtendienst als auch von der Dorfgemeinschaft verfolgt gefühlt. Sarah H., der er vorwarf, Teil dieser Verschwörung gewesen zu sein, soll er, so der Vorwurf der Ankläger, an ein Bett gefesselt und ausgepeitscht haben. Letztlich sei Sarah H. laut Rechtsmedizin aber nicht an ihren Verletzungen gestorben, sondern weil sie nichts zu Essen und zu Trinken bekommen habe.

Ursache des Feuers in Neustrelitz ist noch unklar

Die Prozesse, die sich seit 2017 gegen den Mann anschlossen, führten letztlich im Juni 2020 zu einer Verurteilung wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung, für die der Angeklagte eine Geldstrafe zahlen sollte. Sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft legten dagegen Rechtsmittel ein, das Verfahren lief noch. Der letzte Prozess hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Die Justiz begründete dies damit, der Angeklagte müsse wegen seiner psychischen Situation vor der Öffentlichkeit geschützt werden – er selbst sah dies anders und wünschte sich einen öffentlichen Prozess. Dennoch wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt.

Mit dem Tod des Mannes ist der Fall nun endgültig beendet. Offen ist hingegen noch, wie es zu dem Brand in Neustrelitz kam und ob der Mann ihn verursacht hat. Ein Brandursachenermittler soll heute die Ermittlungen in der Wohnung aufnehmen. In den vergangenen Tagen hatte der Verstorbene mehrfach für Polizeieinsätze in Neustrelitz gesorgt – offenbar durch Ruhestörungen und auffälliges Verhalten. Auch die Hintergründe dieser Vorgänge sind derzeit noch unklar. Zehn Anwohner des Brandhauses sind obdachlos, viele von ihnen haben ihr vollständiges Hab und Gut verloren.

 

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Kommentare (1)

"Mit dem Tod eines Mannes, der am Freitag beim Brand einer Wohnung in Neustrelitz ums Leben kam.."
Also eindeutiger kann ein Toter nicht ums Leben gekommen sein.