Das Bild stammt aus dem Spätsommer 2020. Damals herrschte Niedrigwasser, so wie hier im Hafen von Wesenberg, was an den h
Das Bild stammt aus dem Spätsommer 2020. Damals herrschte Niedrigwasser, so wie hier im Hafen von Wesenberg, was an den hellen Stellen an den Pfählen knapp oberhalb der Wasserkante zu erkennen ist. Foto: NK-Archiv/T.Lemke Tobias Lemke
Umwelt

Trockenheit macht Havel schwer zu schaffen – Eckpunktepapier vorgestellt

MV, Brandenburg, Berlin und der Bund wollen in Sachen Flussbewirtschaftung der Havel stärker zusammenarbeiten.
Seenplatte

Die zunehmende Trockenheit hat verstärkt Auswirkungen auf die Bewirtschaftung von Gewässern in der Seenplatte. Was die Flussgebietsbewirtschaftung des Einzugsgebiets der Oberen Havel betrifft, soll nun landerübergreifend enger zusammengearbeitet werden, heißt es aus dem Landwirtschafts- und Umweltministerium in Schwerin. Die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin sowie der Bund, vertreten durch die Generaldirektion der Wasserstraßen und Schifffahrt, haben im März ein entsprechendes Eckpunktepapier verabschiedet. Die Obere Havel umfasst ein Gebiet vom Wassersportrevier Wesenberg bis nach Berlin.

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Gemeinsame Grundsätze werden entwickelt

Gemeinsam sollen Bewirtschaf­tungs­grundsätze wie Wasserstandsziele und die Priorisierung von Wassernutzungen entwickelt werden. „Es wird eine Daten- und Wissensbasis aufgebaut, welche unter anderem Angaben zu relevanten Wasserentnahmen und –einleitungen sowie Pegelständen und Durchflüssen zur Steuerung der Stauhaltungen und Schleusen umfasst“, heißt es in der Mitteilung. Zudem werden Anforderungen sowie die Ausgestaltung und Form der künftigen Zusammenarbeit konkretisiert. Hierbei werden die Vertragspartner durch die Bundes­anstalt für Gewässerkunde fachlich unterstützt.

Wasserentnahmen aus der Havel bzw. den Seen, die den Fluss speisen, finden zum Beispiel durch die Landwirtschaft zur Bewässerung von Feldern statt. Auch durch das Schleusen für die Schifffahrt geht aus der Seenplatte Wasser verloren. Allerdings hieß es in der Vergangenheit stets, dass diese Effekte im Gegensatz zur allgemeinen Verdunstung zu vernachlässigen seien. Vor allem eine größere Anzahl an Sonnentagen im Sommer und lange Perioden ohne Niederschläge führen dazu, dass mehr Wasser über die Verdunstung verloren geht.

Die wasserwirtschaftliche Situation der Oberen Havel ist in diesen Trockenzeiten dann angespannt. Insbesondere bei langandauernden Niedrigwasserperioden wie zuletzt in den Jahren 2018 bis 2020 wirkt sich das geringe Wasserdargebot negativ auf die Gewässerökologie, Schifffahrt oder Trinkwasserversorgung aus. Einschränkungen beim Bootsverkehr waren so zum Beispiel im Sommer vor zwei Jahren nötig. Damals galten wegen Niedrigwassers an mehreren Stellen in der Seenplatte Tiefenbeschränkung für Boote.

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Konkrete Maßnahmen nicht mitgeteilt

„Zukünftig werden sich durch den Rückgang des Wasserdargebots und eines erhöhten Wasserbedarfs, z. B. für die Trinkwasserversorgung und Landwirtschaft, infolge klimatischer Veränderungen erhöhte Anforderungen an die Flussgebietsbewirtschaftung der Oberen Havel ergeben“, heißt es aus dem Schweriner Umweltministerium. Was das konkret bedeutet, ob es etwa Einschränkungen für den Bootstourismus oder für Wasserentnahmen geben muss, wird dabei aber nicht mitgeteilt. Eine abgestimmte Bewirtschaftung über Ländergrenzen hinweg sei jedoch notwendig, um den bestehenden und künftigen Wasserbedarf zu sichern. Die vereinbarte engere Kommunikation und Zusammenarbeit soll im Einzugsgebiet der Oberen Havel bereits ab 2022 für eine abgestimmte Bewirtschaftung der Gewässer insbesondere im Hinblick auf Niedrigwasser- und Hochwassersituationen genutzt werden.

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