IMKER STARTEN IN DIE SAISON

Trotz Bienenallergie mit Leib und Seele bei 20 Völkern

Nach dem kurzen und milden Winter gibt es für die Bienen in der Strelitzer Region genügend blühende Anflugpunkte.
Ute Köpke Ute Köpke
Kerstin Schult säubert mit Stockmeißel und Gänsefeder die Anfluglöcher.
Kerstin Schult säubert mit Stockmeißel und Gänsefeder die Anfluglöcher. Ute Köpke
Kerstin Schult mal ohne Schutzhaube
Kerstin Schult mal ohne Schutzhaube Ute Köpke
Thurow.

Rund um Kerstin Schult summt und brummt es. Die Imkerin hat zur Zeit in ihrem Bienenwagen 20 Völker mit Ablegern. „Gerade erfolgt nach und nach ein kompletter Wechsel und ich muss die verbrauchten Bienen entfernen“, erklärt die Thurowerin. Mit einer Gänsefeder fegt sie Bienen, die über den Winter ihre Königin gewärmt haben und jetzt absterben, vorsichtig aus den Anfluglöchern heraus.

Dabei ist Kerstin Schult in voller Montur. „Ich muss mich schützen, da ich eine Bienengiftallergie habe“, erklärt die 52-Jährige ganz entspannt. Mit Notfallbesteck und Handy sichert sie sich für den Fall der Fälle ab. Doch damit zeige sie ja, dass eine Bienengiftallergie nicht ­wirklich ein Hinderungsgrund für die Imkerei sei.

Für das Hobby hat sie im Spätsommer 2003 ein Bekannter aus Blumenhagen begeistert. Auch wenn mit der Imkerei viel Arbeit verbunden ist, sind Spaß und Freude bei der Thurowerin unübersehbar. Seit 2008 ist Kerstin Schult Vorsitzende des Neustrelitzer Imkervereins. Dabei sind Imker aus Neustrelitz sowie den Gemeinden Carpin, Kratzeburg, Wokuhl-Dabelow bis nach Mechow.

Interessenten sind immer willkommen

„Zu unseren 24 Mitgliedern gehören auch zwei Frauen“, erzählt die Vorsitzende. Der Altersdurchschnitt liegt bei 58 Jahren. „Für die Imkerei muss man regelmäßig vor Ort sein – und das ist für Jugendliche mit Ausbildung und Studium nicht so einfach“, weiß Kerstin Schult, selbst Mutter von zwei jungen Erwachsenen. 

Sollte einer Interesse für die Imkerei haben, werde er vom Imkerverein entsprechend den Möglichkeiten unterstützt. Außerdem werden Lehrgänge vom Landesverband der Imker angeboten. „Zum Imkern benötigt man eine ruhige Hand, gewissenhafte Sauberkeit – und man muss im Sommer auf große Reisen verzichten“, so die Vereinsvorsitzende. 

Die Annahme, es würden durch die warmen Temperaturen von der Anzahl her früher und mehr Bienen fliegen, täusche. Die Brutnester würden durch die Wärme größer sein und damit die kommenden Bienenvölker zur Blütezeit stärker.

StadtLandKlassik - Konzert in Thurow

zur Homepage