Finanznot

TSG bietet der Stadt das Parkstadion an

Die finanzielle Situation des Vereins ist weiter angespannt. Jetzt soll die Stadtverwaltung prüfen, ob die Stadt das Parkstadion übernehmen kann.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Noch im Jahr 2016 flossen 1,5 Millionen Euro in den Umbau des Parkstadions. Inzwischen ist die TSG Neustrelitz so angeschlagen, dass der Verein überlegt, sich von der Spielstätte oder Teilen davon zu trennen. 
Noch im Jahr 2016 flossen 1,5 Millionen Euro in den Umbau des Parkstadions. Inzwischen ist die TSG Neustrelitz so angeschlagen, dass der Verein überlegt, sich von der Spielstätte oder Teilen davon zu trennen. Susanne Böhm
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Neustrelitz.

Beim Regionalliga-Absteiger TSG Neustrelitz geht es nicht nur sportlich bergab – auch die finanzielle Situation des Vereins ist weiter sehr angespannt. Jetzt gibt es in der Stadt eine Idee, wie dem angeschlagenen Verein eventuell geholfen werden könnte: Die Stadt könnte vielleicht Teile des Parkstadions übernehmen.

Bei der jüngsten Stadtvertretersitzung reichten alle Fraktionen gemeinsam einen entsprechenden Beschlussvorschlag ein. Mit 16 Stimmen und einer Enthaltung wurden der Bürgermeister und die Verwaltung beauftragt zu prüfen, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen das Parkstadion von der TSG Neustrelitz in städtisches Eigentum übernommen werden kann.

Gespräche seit 2017

Die Fraktionen beschreiben den Beschluss als Versuch, „Lösungen zu finden, um die Sportanlage dauerhaft für Neustrelitz zu sichern und dabei ebenso den Bestand der TSG Neustrelitz zu sichern“. Der Bürgermeister ließ gleich durchblicken, dass er da kaum eine Chance sieht. „Natürlich wird die Stadt das prüfen, aber wir werden nicht zurückkaufen, was mal mit öffentlichen Geldern gebaut wurde. Wir müssen ganz genau darauf achten, was für Auflagen an die Fördergelder gekoppelt sind und was die Kommunalaufsicht dazu sagt.“ Er erinnerte die Stadtvertreter: „Die TSG ist zwar etwas Besonderes, aber es gibt auch noch andere Vereine, die wir unterstützen müssen.“

Seit November 2017 würden Gespräche mit der TSG laufen. Anfangs habe es Überlegungen gegeben, die Stadt solle das ganze Stadion übernehmen. Inzwischen gehe es um die Teile, die neu gebaut wurden.

TSG beteiligte sich nicht an den Kosten

Dieser Neubau ist noch gar nicht lange her. Im Jahr 2016 wurden noch 1,5 Millionen Euro verbaut. 90 Prozent der Kosten hatte das Land übernommen. Für weitere 185 000 Euro kam die Stadt auf. Die TSG beteiligte sich nicht an den Kosten. 1100 Plätze im neuen Gästefanblock wurden mit dem Geld errichtet und weitere 1000 Stehplätze. Im Jahr 2010 waren neue Wege, ein Sicherheitszaun für den Gästefanblock und Wellenbrecher in den Stehplatzbereichen angeschafft worden. 2014 wurde das Stadion mit einer Flutlicht- und Beschallungsanlage ausgestattet.

Mit dem Rückgang des Erfolges der Fußballer blieben auch die Zuschauer aus und damit die Einnahmen. Im Jahr 2017 verordnete sich die TSG selbst einen harten Sparkurs.

Bereits im Dezember 2017 hatte die TSG einen Konsolidierungsantrag an die Stadt gestellt. Zur Tilgung dreier Darlehen hatte der Verein um einen Betrag in einem hohen sechsstelligen Bereich gebeten. Daraus wurde nichts, teilte Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) am Freitag auf Nordkurier-Nachfrage mit. Auch da waren die Fördermittel ein Hinderungsgrund. Außerdem kann die Stadt keine Privathaftung auflösen, wie Andreas Grund erklärte. „Diese Antragstellung konnte gar nicht erfolgreich sein.“