Die Turnhallen der Stadt sollen zum Teil als Unterbringungsmöglichkeit für ukrainische Flüchtlinge genutzt werd
Die Turnhallen der Stadt sollen zum Teil als Unterbringungsmöglichkeit für ukrainische Flüchtlinge genutzt werden. Sowohl der Schulsport als auch der Vereinssport könnten dann nur noch im Freien stattfinden. Auch die Fußballschule Rasenkracher aus Neustrelitz muss sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Archiv
Flüchtlinge

Turnhallen als Notunterkünfte – Sport muss dann ausfallen

Geht der Schul- und Vereinssport wieder in den Lockdown? Ukrainische Kriegsflüchtlinge sollen in Sportstätten wie Turnhallen untergebracht werden.
Neustrelitz

Die Stadt Neustrelitz ist, neben vielen anderen Gemeinden im Landkreis, gebeten worden, die Kapazitäten an Schulsporthallen zu erfassen und zu melden. Das berichtet Bürgermeister Andreas Grund (parteilos). Das geschehe präventiv für den Fall einer Notunterbringung ukrainischer Flüchtlinge für 48 Stunden. Die Ausstattung liege dann in der Hand des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Die Stadt stelle nur den Raum zur Verfügung, falls dieser benötigt würde. In belegten Hallen könnte dann natürlich kein Schul- und Vereinssport stattfinden. Die Schulen und Vereine seien bereits informiert worden, teilt Grund mit. Die Lage sei dynamisch und ändere sich fortlaufend. Mittlerweile sind rund 1800 Menschen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angekommen.

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Kurzfristige Unterbringung

Zur schnellen Unterbringung und humanitären Versorgung habe der Landkreis Notunterkünfte (NUK) eingerichtet. Hier sollen die geflüchteten Menschen möglichst kurzzeitig verbleiben und würden je nach zur Verfügung stehenden Plätzen anschließend in Gemeinschaftsunterkünften (GU) und Wohnungen dezentral untergebracht. Die Notunterkünfte und Gemeinschaftsunterkünfte werden solange zur Verfügung stehen, wie der Bedarf vorhanden sei. „In Abhängigkeit von der Hallengröße und der sanitären Einrichtungen wird die Anzahl der mobilen Betten beziehungsweise Liegen aufgestellt. Die Tatsache, dass ein hoher Anteil der Geflüchteten aus Müttern mit Kindern besteht, wurde bei der Einrichtung der Notunterkünfte berücksichtigt“, teilt Tilla Steinbach vom Landkreis mit.

Bei sonnigem Wetter geht Sport auch im Freien

Spielbereiche für Kinder sollen realisiert werden. In den Turnhallen seien häufig Raum-Trenner aufgestellt worden, um ein Mindestmaß an Privatsphäre zu gewährleisten. Der Schul- und Vereinssport falle bei Belegung der Turnhallen aus, wobei der Sport gegebenenfalls bei sonnigem Wetter ins Freie verlegt werde, so Steinbach.

Bedarf nicht langfristig planbar

Auf die Frage, ob die Turnhallen dann dauerhaft durch Flüchtlinge belegt seien, teilt der Landkreis mit, dass die Unterbringungsdauer zwischen zwei Tagen und einer Woche variiere. Wenn die Gemeinschaftsunterkünfte voll seien oder kein Wohnraum zur Verfügung stehe, könne die Aufenthaltsdauer in den Turnhallen sich auch verlängern beziehungsweise werden neue Flüchtlinge im Wechsel untergebracht, so der Landkreis. Dem Landkreis werde kurzfristig die Höhe der ankommenden Flüchtlinge mitgeteilt.

Es geht wohl hauptsächlich um größere Objekte

Bei den erfassten Turnhallen gehe es wohl hauptsächlich um größere Turnhallen, wie zum Beispiel die Strelitzhalle am Gymnasium Carolinum. Die Stadt habe noch nicht mitteilen können, welche Turnhallen direkt betroffen seien. In Malchin wurde kurzfristig bereits eine Turnhalle eingerichtet, da zwei Busse mit Flüchtlingen angekündigt waren, die dann aber doch nicht eintrafen. „Gegenwärtig wird in Neustrelitz keine Turnhalle zur Unterbringung der Flüchtlinge genutzt“, heißt es von Steinbach vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

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