AUFENTHALTSRECHT BEKOMMEN

Ukrainer haben nun ein Gefühl von Sicherheit

Das war ein nachträgliches Geschenk. Einen Tag nach Oleksandras zehntem Geburtstag erfuhr ihre Familie, dass sie doch in Deutschland bleiben kann.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Valentina, Oleksandra, Elionora, Diana und Vitali Tiahnyriadno konnten entspannte Weihnachten verbringen. Sie haben im November eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland erhalten. 
Valentina, Oleksandra, Elionora, Diana und Vitali Tiahnyriadno konnten entspannte Weihnachten verbringen. Sie haben im November eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland erhalten. Marlies Steffen
Neustrelitz.

Das erste Weihnachten mit Gewissheit liegt hinter Valentina und Vitali Tiahnyriadno. Die beiden Ukrainer waren vor gut drei Jahren mit ihren drei Töchtern Oleksandra, Diana und Elionora aus ihrer Heimat unweit der Hauptstadt Kiew nach Deutschland geflüchtet, hatten hier um Asyl gebeten und waren so nach Neustrelitz gekommen. Doch wie lange sie hier bleiben können, war lange ungewiss.

Im April 2017 wurde ihr Asylantrag abgelehnt, danach begann eine lange Zeit der Ungewissheit und eines noch intensiveren Kontakts mit den Behörden. „Und immer gab es das beklemmende Gefühl, doch die Koffer packen zu müssen“, beschreibt Elke Fischer, die die Familie als ehrenamtliche Sozialarbeiterin begleitete. Die Tiahnyriadnos stellten im Frühjahr schließlich einen Härtefallantrag, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Sie hatten Angst, dass Valentina in der Ukraine als Krankenschwester im Falle von neuen Auseinandersetzungen eingezogen wird.

Familie muss Lebensunterhalt selbst sichern

Und dann kam am 22. November der wohl wichtigste Brief, den sie in ihrer neuen Heimat bisher erhielten. Er war auch das schönste nachträgliche Geburtstagsgeschenk für die älteste Tochter Olexandra, die einen Tag zuvor zehn Jahre alt wurde. In dem Schreiben der Härtefallkommission Mecklenburg-Vorpommern wurde der Familie ein Aufenthaltsrecht erteilt. Damit haben die Tiahnyriadnos Sicherheit.

Denn das Schreiben stellt ihnen auch in Aussicht, so lange in Deutschland bleiben zu können, wie sie ihren Lebensunterhalt selbst sichern. Und das macht die Familie schon sehr lange. Vitali hat als gelernter Fernfahrer bereits ein halbes Jahr nach Ankunft in Neustrelitz Arbeit bei einer Spedition bekommen. Valentina arbeitet ebenfalls seit 2016 als Präsenzkraft in einem Pflegeheim. Beide haben Deutsch gelernt und sind immer noch am Lernen. Die drei Mädchen hingegen sprechen akzentfrei deutsch.

Um ihre Integration in den Alltag stemmen zu können, haben die Eltern viel Geld auch aus der eigenen Tasche bezahlt. Vitali musste eine Fahrprüfung ablegen. Es ging um ein ärztliches Gutachten, um amtliche Übersetzungen, einen DRK-Lehrgang... Valentina bezahlte ihren Sprachkurs B 2 selbst. Der ist Voraussetzung dafür, dass ihr Berufsabschluss aus der Ukraine anerkannt wird.

Geburtstag an Heiligabend

Die Familie fühlt sich heute integriert. Ihr Glauben – sie gehören der Baptistengemeinde an – hat ihnen mit Sicherheit dabei geholfen. Weihnachten feiert die Familie wie ihre deutschen Nachbarn am Heiligen Abend. Der ist für das Nesthäkchen Elionora sowieso ein besonderer Tag. Denn die inzwischen Vierjährige hat am 24. Dezember Geburtstag. Die Vier haben Pläne, Valentina möchte gern in ihrem Beruf als Krankenschwester arbeiten, gern würden sie ein Haus bauen. Derweil wohnen sie in der Innenstadt in einer Altbauwohnung.

Elke Fischer, die die vielen Behördengänge regelte, ist indessen nicht nur froh über die gelungene Integration der Familie. Sie ist auch dankbar für die erlebte Unterstützung durch die Agentur für Arbeit, die neuwo, die Firma Löwe Transporte und die Awo, sagt die Neustrelitzerin.

Ihr Dank gelte auch Bürgermeister Andreas Grund, der sich an Bund und Land wandte, an die Deutsche Botschaft in Kiew schrieb und 2018 ein öffentliches Interesse bekundete, gut integrierten Ukrainern ein Aufenthaltsrecht zu gewähren. Ohne die Hilfe durch die Landespolitik wäre für die Tiahnyriadnos das erste glückliche und entspannte Weihnachtsfest nicht möglich gewesen, bekennt sie.

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Kommentare (2)

Ihnen von Hetzen gegoennt - Arbeit sozialen Frieden und eine gesicherte optimale Zukunft zu finden - das wuenschen wir Deutschen uns auch seit Jahren von unserer Politik

"Es sei Ihnen von HETZEN gegönnt..." Das glaube ich gern, OTE-ERWERTH.