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„Und nun ist alles wieder aufgefressen“

Frank Kniehase, hier an einer Räderwaschmaschine, ist von Beginn an bei RAS beschäftigt. „Nach dem Brand waren wir am Boden zerstört", sagt er. „Aber es muss ja weitergehen.“[KT_CREDIT] FOTO: gross

Von unserem RedaktionsmitgliedAndré GrossNach dem Brand in einer Neustrelitzer Kfz-Werkstatt versuchen Chefs und Belegschaft, schnellst- möglich zu einem ...

Von unserem Redaktionsmitglied
André Gross

Nach dem Brand in einer Neustrelitzer Kfz-Werkstatt versuchen Chefs und Belegschaft, schnellst- möglich zu einem geordneten Arbeiten zurückkehren zu können.

Neustrelitz.Den 21. März dieses Jahres haben sich Norbert Anker und Uwe Gerasch, Geschäftsführer des RAS Reifen & Autoservice Neustrelitz, schwarz im Kalender angestrichen. Kurz vor Feierabend hatte noch ein Stammkunde angerufen und um Hilfe gebeten. Gegen 18.15 Uhr stellte Anker den 13 Jahre alten BMW, der ein Lüfterproblem hatte, in der Werkstatt ab. „Ich hatte noch das Relais ausgebaut, damit der Lüfter nicht weiter läuft.“
Nicht gesehen wurde zu diesem Zeitpunkt vermutlich ein Kabeldefekt. „Kurz darauf rief mich der Wachschutz an, weil die Alarmanlage nicht mehr scharf war“, schildert Anker den dramatischen Abend dem Nordkurier. Als der Unternehmer gegen
19 Uhr wieder vor der Werkstatt stand, trieben ihm die Schreckensbilder die Tränen in die Augen. Der BMW stand in Flammen, den die angerückte Feuerwehr zwar schnell löschen konnte. Weit- aus schlimmer aber die Tatsache, dass Werkstatthalle und Kundenraum hochgradig verrußt waren. Glück im Unglück, dass die Brandschutzwand zum Reifenlager ein Übergreifen des Feuers verhindert hatte. Trotzdem gehörte es zu den ersten Maßnahmen nach der Katastrophe, sämtliche dort aufbewahrten Reifen und Räder aus Sicherheitsgründen zu waschen.
„Da hat man nun 13 Jahre geknüppelt, 2012 war auch endlich mal ein gutes Jahr, und nun ist alles wieder aufgefressen. Da ist es wohl normal, dass man weich wird“, schildert Anker, der gleich seinem Mitstreiter Gerasch in den letzten Tagen wenig Schlaf bekommen hat, sein Gefühlskostüm. Vor 14 Tagen ist Anker 60 geworden.
Die Ermittlung der Schadenshöhe läuft noch, zehntausende Euro werden mit Sicherheit zusammenkommen. Ruß ist heimtückisch. Zahlungen der Versicherung stehen aus. Inzwischen haben Chefs und Kollegen mit der Instandsetzung begonnen. Ausschließlich einheimische Firmen sind am Werk, die wiederum haben andere Arbeit liegen gelassen, um dem RAS-Team wieder auf die Beine zu helfen, denn jede Woche, in der der Betrieb nicht voll funktioniert, tut jetzt doppelt weh. Auch für den Vermieter haben die Anker und Gerasch nur gute Worte.
Letztlich können sich die in Not geratenen Geschäftsführer auf ihre Belegschaft stützen. „Die Jungs machen Unmögliches möglich, ohne sie hätten wir schon das Handtuch geworfen“, betont Norbert Anker. Zur Frühjahrsumrüstung ist glücklicherweise ein räumlicher Kompromiss auf dem Firmengelände gefunden worden, sie läuft uneingeschränkt. Ansonsten hoffen beide Chefs, bis Ende des Monats wieder das gewohnte volle Programm fahren zu können.

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andregross@nordkurier.de