Ice braucht Hilfe. Wer ihn sieht, wird gebeten, sofort die Telefonnummer 01578 7171387 anzurufen.
Ice braucht Hilfe. Wer ihn sieht, wird gebeten, sofort die Telefonnummer 01578 7171387 anzurufen. Privat
Im Tierheim Sadelkow machen sich die Mitarbeiter Sorgen um den Hund aus Rumänien.
Im Tierheim Sadelkow machen sich die Mitarbeiter Sorgen um den Hund aus Rumänien. Tim Prahle
Ausgebüxt

Verängstigter Hund irrt hungrig im Raum Neustrelitz umher

Ice, ein Mischling aus Rumänien, läuft einsam durch die Mecklenburgische Seenplatte. Der Rüde braucht Hilfe, andernfalls droht ihm der Hungertod. Wer ihn sieht, muss sehr viel Feingefühl an den Tag legen.
Neustrelitz

Ein völlig verängstigter Hund aus Rumänien irrt seit drei Wochen im Großraum Neustrelitz umher. Der sechsjährige Mischling war aus einem rumänischen Tierheim ins Tierheim Sadelkow gebracht und von dort in eine Pflegestelle in Ankershagen vermittelt worden. Endlich sollte sein Leben eine glückliche Wendung nehmen, doch dann riss er aus dem umzäunten Grundstück aus.

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Völlig auf sich allein gestellt, wird Ice, so heißt er, vermutlich nicht überleben, befürchten die Tierheimmitarbeiter. Es gebe zwarHunde, die in der allergrößten Not Beute machen können, doch Ice habe das Jagen nie gelernt und im Tierheim keinerlei Jagdtrieb gezeigt. Sein ganzes Leben habe er in dem Tierheim in Rumänien verbracht, kenne nichts außer Beton und Gitterstäben.

Angst vor Menschen und anderen Hunden

„Solche Hunde haben vor allem Angst, vor Autos, Fahrrädern, sogar vor Gras. Sie kennen nichts, kein Halsband, keine Leine, keine Berührung“, sagt Sandra Gorsler aus dem Tierheim Sadelkow. Tierheime in Rumänien seien mit denen in Deutschland nicht vergleichbar. In Massen seien die Hunde dort zusammengepfercht. So könne es dazu kommen, dass dort Hunde aufwachsen, ohne jemals Kontakt zu Menschen zu haben. Tragischerweise fürchte sich Ice nicht nur vor Menschen, sondern auch vor anderen Hunden und überhaupt vor allem und jedem. Niemand wisse, was genau er in dem Tierheim in Rumänien erlebt hat.

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In Sadelkow habe er an einer ganz langen Schleppleine winzige Fortschritte gemacht. „Wir hatten ein bis zwei Mal das Gefühl, dass er etwas auftaut“, sagt Sandra Gorsler. Der Rüde sei in seiner Angst keinesfalls aggressiv. Stets und ständig suche er sein Heil in der Flucht. Das wird ihm jetzt zum Verhängnis.

Tierschützer hoffen, ihn mit einer Falle zu fangen

Des Öfteren wurde er in den vergangenen Wochen gesichtet, mal bei Mirow, dann bei Babke, zuletzt bei Neustrelitz. Doch er ist scheu wie ein Reh, lässt niemanden an sich heran. „Wir hoffen, dass sein Hunger irgendwann so groß wird, dass wir ihn mit einer Falle fangen können.“ Genauso könne es jedoch passieren, dass er vor Schwäche irgendwo liegen bleibt und stirbt.

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Zuletzt soll der weiße Hund mit dem braunen Schlappohr bei Neustrelitz in der Nähe der Aral-Tankstelle gesehen worden sein. „Er ist sehr, sehr scheu und sieht sehr schlecht aus. Ich habe ihn leider nicht einfangen können“, berichtete Carsten Kubbos am gestrigen Freitag auf der Internet-Plattform Facebook.

Wer den Hund sichtet, wird gebeten, sofort die Telefonnummer 01578 7171387 anzurufen. Einfangversuche seien aller Wahrscheinlichkeit nach zwecklos. Es könne aber hilfreich sein, ihm Bockwurst, Hundefutter oder Ähnliches zuzuwerfen und sich dann zu entfernen, heißt es aus dem Tierheim Sadelkow. Ein Schälchen Wasser sei ebenfalls dringend notwendig. Jeder Happen, den Ice bekommt, verlängere sein Leben und damit seine Chance auf ein Happy End.

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