KLEINSEENBAHN

Verband will Comeback der Mirower Zugstrecke

Mirows Bahnhof war nicht immer ein Endhaltepunkt. Der alte Bahndamm in Richtung Wittstock existiert noch und könnte nach Vorstellung eines Verkehrsverbands neu belebt werden.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Ende im Gelände: Ab dieser Stelle kurz hinter dem Bahnhof Mirow ist schon lange kein Zug mehr über die Gleise gerollt, weil die Schienen dort schlichtweg demontiert wurden. 
Ende im Gelände: Ab dieser Stelle kurz hinter dem Bahnhof Mirow ist schon lange kein Zug mehr über die Gleise gerollt, weil die Schienen dort schlichtweg demontiert wurden. Tobias Lemke/Archiv
Mirow/Wittstock.

Fährt demnächst wieder ein Zug vom Mirower Bahnhof ins Brandenburgische ab? Der Bund will wieder mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. Vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) will die Bundesregierung daher wissen, welche stillgelegten Trassen es wert sind, wieder aktiviert zu werden. Im März wird der VDV diese vom Bund angeforderte Reaktivierungsliste mit rund 160 Strecken vorlegen. In dieser Aufzählung wird auch die Bahnverbindung von Mirow nach Wittstock auftauchen, wie der Verband im Vorfeld mitteilte.

Ob eines Tages wieder ein Zug zwischen den beiden Städten rollen wird, ist damit zwar noch längst keine beschlossene Sache, aber es besteht immerhin eine Aussicht darauf. Die Chancen sehen laut Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV, sogar recht gut aus. Für ihn rangiere die Verbindung im Mittelfeld. Es gebe Strecken in der Liste, die schlechtere Erfolgsaussichten haben, sagt Henke.

Einige Gleisabschnitte wohl schon abgebaut

Bei den Akteuren vor Ort ist die Nachricht ebenfalls schon aufgelaufen. „Wir wissen zwar nichts Näheres zu den Hintergründen, haben das aber erst einmal mit Interesse zur Kenntnis genommen“, sagt Karsten Attula von der Hanseatischen Eisenbahn GmbH (Hans), die unter anderem die Kleinseenbahn zwischen Neustrelitz und Mirow betreibt. Der Lückenschluss bis nach Wittstock würde ein ganz neues Licht auf die Kleinseenbahn werfen und die Attraktivität der Verbindung steigern. „Denn dann würde sich wieder eine echte Netzsituation ergeben“, erklärt Attula. Soweit er weiß, habe die stillgelegte Strecke sogar noch die Widmung als Bahntrasse inne. Jedoch wurden in der Vergangenheit auf einigen Abschnitten bereits die Gleise demontiert.

Mirows amtierender Bürgermeister Henry Tesch (CDU) würde die Wiederbelebung der Zugverbindung ebenfalls begrüßen. Je besser Mirow verkehrstechnisch angeschlossen sei, umso optimaler sei das für die Stadtentwicklung. Zumal dem Schienenverkehr in Zukunft wieder eine größere Bedeutung zukommen werde, ist Tesch überzeugt. „Wir sehen zum Beispiel, dass die Urlauber wieder verstärkt auf die Bahn setzen“, erklärt er. Daher wäre eine Zuganbindung aus der anderen Richtung, die es historisch ja mal gegeben hatte, auch sinnvoll. Die Nachricht vom VDV sei zwar zunächst nicht viel mehr als ein Hoffnungsschimmer auf Reaktivierung, aber das Signal stimme positiv. „Wo ein Wille ist, da sind auch alle Schwierigkeiten überwindbar“, sagt Tesch.

Was passiert mit der B 189n?

Denn ein paar Probleme gäbe es dann schon noch aus dem Weg zu räumen. Abgesehen davon, dass einige Gleisabschnitte schon abgebaut wurden, stünden einer Wiederbelebung der Zugverbindung aktuelle Radweg- und Straßenbaupläne im Weg. Ein Teilstück der neu geplanten B 189n soll auf dem Bahndamm verlaufen. Zudem will die Stadt Wittstock auf brandenburgischer Seite die alte Bahntrasse eigentlich zu einem Radweg umfunktionieren.

 

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Kommentare (1)

Eine klasse Idee diese Strecke wieder zu beleben. Weiterhin sollte man darüber nachdenken die Strecke Neustrelitz-Feldberg wieder zu reaktivieren und gleichzeitig den alten Süd-Bahnhof in Neustrelitz wiederbeleben.