MÜLLENTSORGUNG

Verbrennen von Garten-Abfällen in Feldberg soll verboten werden

Eine neue Allgemeinverfügung wird erwartet. Demnach dürften die Zeiten von dicker Luft im März und im Oktober in Feldberg vorbei sein.
Szenen wie diese soll es künftig in Feldberg nicht mehr geben. Das Verbrennen von Pflanzenabfällen soll verboten wer
Szenen wie diese soll es künftig in Feldberg nicht mehr geben. Das Verbrennen von Pflanzenabfällen soll verboten werden. Nordkurier-Archiv
Feldberg ·

Im Kneipp-Kurort Feldberg soll ab 1. März das Verbrennen von nichtkompostierbaren Gartenabfällen verboten werden. Darüber informierte Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD). In der Kreisverwaltung der Mecklenburgischen Seenplatte werde derzeit eine entsprechende Allgemeinverfügung erarbeitet, die ab 1. März wirksam werden soll, so die Bürgermeisterin.

Gemeinde darf nicht selbst Verbot aussprechen

Die Gemeinde setzt sich schon länger für ein Verbrennungsverbot für nichtkompostierbare Pflanzenabfälle in Feldberg ein. Bereits im Dezember 2015 hatte sich die Gemeindevertretung dafür ausgesprochen, der „Räucherei“ dort ein Ende zu bereiten, wie es von Buchwaldt formuliert. Seitdem habe es mehrfach Vorstöße beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und beim Land Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Zur Erinnerung: Die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft darf das Verbrennen aus rechtlichen Gründen nicht selbst regeln.

Bürgermeisterin setzt auf Einsicht

Beobachter merken: Lange ist nichts passiert, nun geht es offenbar sehr schnell. Von Buchwaldt räumte ein, dass die jetzt offenbar anstehende Regelung für Besitzer von Gärten und Grundstücken überraschend kommen könnte. Zudem müsste nunmehr die Entsorgung bezahlt werden. Für die Annahme von Grünschnitt stehe seit 2016 ein Wertstoffhof zur Verfügung. Eine Alternative sei es allerdings nicht, die Grünschnittmengen in den Wäldern um Feldberg abzulegen. Auch der Kurpark sei kein Entsorgungsort für Laub oder Grünschnitt. Von Buchwaldt appellierte an alle, die geplante Neuregelung verantwortungsvoll umzusetzen. „Feldberg ist ein Kurort. Viele Menschen leben vom Gesundheitstourismus, wir werben mit unseren sauberen Seen, aber natürlich auch mit bester Luftqualität.“ Seitens der Gemeinde werde derzeit geprüft, ob es für die Feldberger in einem Übergangszeitraum noch Erleichterungen geben kann, wie zum Beispiel das einmalige Aufstellen von Containern oder gemeinsame Schredderaktionen in den Kleingartenanlagen.

„Keine Überraschung”

Für Stefan Güldner, den Vorsitzenden der Kleingartenanlage „Waldeslust“ in Feldberg, kommt die Regelung über das Verbrennungsverbot nicht überraschend, wie er dem Nordkurier gestern sagte. „Hier fällt deshalb keiner aus allen Wolken“, so Güldner. Die Pächter seien informiert und sollen auch noch einmal angeschrieben werden. Der Vereinsvorsitzende hofft, dass sich Gartenbesitzer und Grundstückseigentümer auch an die Regelung halten. Was die Nutzung des Wertstoffhofes angeht, wünscht er sich allerdings moderate Preise für die Annahme von Grünschnitt, damit am Ende nicht doch wieder Abfälle im Wald landen würden.

Grüne sind für kreisweites Verbrennungsverbot

Im Kreistag der Seenplatte hatte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Falk Jagszent, unterdessen bereits angekündigt, weiter für ein kreisweites Verbrennungsverbot einzutreten. Dafür erntete er allerdings massive Kritik von den Christdemokraten der Region. „Ein kreisweiter Erlass zum Verbot von Grünschnittverbrennung ist eine Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger in unseren Städten und Gemeinden.“ Die Gegebenheiten im Landkreis seien zu vielfältig, als dass pauschale Verbrennungsverbote allen gerecht werden könnten, so ihr Fraktionsvorsitzender Tilo Lorenz.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Feldberg

zur Homepage

Kommentare (2)

Wenn die Gemeinden kostenlos Container für Grünschnitt in ihren Kleingartenanlagen aufstellen würden, dann müsste auch keiner mehr rum kokeln oder das Zeug illegal in den Wald abkippen. Ähnliches könnte man auch für Kleinmengen an Bauschutt anbieten. Es ist einfach nur schlecht von Politik und den Entsorgern gemacht. Die Folgekosten für das illegale Entsorgen sind auch teurer für den Landkreis.

Das ist mal wieder typisch CDU!
Ein kreisweites Verbot von Verbrennung von Grünschnitt bezeichnet Herr Lorenz von der CDU als Bevormundung der Bürger*innen in den Städten und Gemeinden. Das Verbot ist aber notwendig, solange die Bürger*innen nicht selber freiwillig auf das Verbrennen verzichten. Welche Gegenheiten sind denn in den Gemmeinden unterschiedlich? Ein Grünschnittfeuer stinkt in Burg Stargard genauso wie in Feldberg und schadet dem Klima. Auch dem Klima gegenseitiger Rücksichtnahme.