DDR-REGIME

Verein führt Interviews mit Ex-Stasi-Häftlingen

Für die neue Dauerausstellung in der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in Neustrelitz werden aktuell Zeitzeugen befragt. Das Land unterstützt das Projekt mit viel Geld.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Michael Körner (rechts) erklärt Ministerin Bettina Martin (Mitte) wie die Zellen der Häftlinge aufgebaut waren.
Michael Körner (rechts) erklärt Ministerin Bettina Martin (Mitte) wie die Zellen der Häftlinge aufgebaut waren. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Für die Dauerausstellung in der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in der Töpferstraße in Neustrelitz wurden bereits sechs Zeitzeugeninterviews geführt. Die Ausstellung soll ab Ende nächsten Jahres an die politische Verfolgung durch das DDR-Regime erinnern. Ziel sei, insgesamt 20 Ex-Häftlinge vor der Videokamera zu befragen, erklärte Michael Körner, Vorsitzender des Vereins Stasi-Haftanstalt Töpferstraße, beim Besuch von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin am Freitagabend.

Die SPD-Politikerin war mit guten Nachrichten aus Schwerin angereist. Sie übergab dem Verein einen Förderbescheid in Höhe von rund 133.000 Euro zur Umsetzung der Dauerausstellung. Die Stadt Neustrelitz und der Landkreis unterstützen das Projekt mit je 10.000 Euro. Es sei wichtig, dass solche Gedenk- und Mahnorte erhalten werden, sagte die Ministerin. Der Besuch eines ehemaligen Stasi-Knastes, etwa von Schulklassen, sei etwas völlig anderes, als wenn darüber „nur” in Geschichtsbüchern gelesen werde, so Martin.

Einzelne Sequenzen aus den Zeitzeugeninterviews werden später an Medienstationen in der Ausstellung abrufbar sein, erklärte Körner Näheres zum Konzept. Zudem werde eine Häftlingszelle möglichst originalgetreu restauriert und es werde einen Raum der Stille zur Trauerbewältigung geben.

zur Homepage