KULTUR AUFS LAND

▶ Verein muntert ein verschlafenes Dorf auf

Das kleine Dorf Liepen wurde auserkoren für ein bundesweites Projekt. Dabei geht es um die Lebensqualität im ländlichen Raum. Geld gibt es auch.
Teamarbeit: Klaus Martin Bresgott und Pfarrer Dirk Fey bringen die glänzende Förder-Plakette an der Kirche in Liepen
Teamarbeit: Klaus Martin Bresgott (rechts) und Pfarrer Dirk Fey bringen die glänzende Förder-Plakette an der Kirche in Liepen an. Heike Sommer
Diese Plakette macht unmissverständlich klar: Diese Dorfkirche ist ein wichtiger Ort für das Zusammenkommen.
Diese Plakette macht unmissverständlich klar: Diese Dorfkirche ist ein wichtiger Ort für das Zusammenkommen. Heike Sommer
Liepen.

An der Dorfkirche von Liepen funkelt seit Neuestem eine Messingplakette mit der Aufschrift „Land:Gut2020“. Klaus-Martin Bresgott vom Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat es angebracht. Die EKD unterstützt Projekte und Initiativen in den neuen Bundesländern, die den ländlichen Raum kulturell beleben. Dem Förderverein der Liepener Kirche und Orgel wurden nun 8000 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Verein wurde 2017 in dem nur wenige Einwohner zählenden Ortsteil der Gemeinde Klein Vielen gegründet. Er setzt sich zum Ziel, die vom Verfall bedrohte und verwaiste Kirche zu restaurieren und wieder mit Leben zu füllen. Regelmäßig organisiert der Verein Konzerte, Adventssingen, Ausstellungen und Führungen durch den Nationalpark. Die Angebote ziehen Besucher in den Ort – aus nah und fern.

Einwohnerzahl wächst

Bisher war Liepen vor allem ein Urlauber-Ort. Nur eine Handvoll Menschen lebte hier dauerhaft. Nun jedoch wächst die Einwohnerzahl stetig an, wie Stephan Heinlein vom Förderverein berichtet. Mit dem Projekt „Klang-Collage-Kreation-Musik in der Dorfkirche Liepen“ überzeugte der Verein die Geldgeber. „Wir wollen auch das Kleine im Blick behalten“, macht Klaus-Martin Bresgott bei seinem Besuch in Liepen deutlich. Denn das Ziel von Land:Gut2020 sei es, „gleichwertige Lebensbedingungen auf dem Land durch kreative Teilhabe und eine kulturell inspirierende Gemeinschaft“ zu unterstützen. Partner dafür seien entweder Kirchengemeinden, Schulen oder kulturell aktive Vereine, die dieses Ziel aktiv im Blick haben. Beim Förderverein in Liepen treffe dieses ganz klar zu.

Musikanlage wird angeschafft

Das Geld wird für die Anschaffung einer Musikanlage benötigt. „Das erleichtert es uns, Konzerte zu veranstalten. Zudem ermöglichte es uns, Musikstücke aufzunehmen“, sagt Stephan Heinlein. Die Idee dahinter: Die defekte Grüneberg-Orgel wieder zum Klingen zu bringen. „Wir nehmen Stücke auf, die ein Musiker auf einer ähnlich klingenden Orgel spielt. Die Aufnahmen können wir dann in unserer Kirche abspielen. Die Leute bekommen einen Eindruck davon, was möglich ist“, sagt Heinlein. Schließlich soll die Orgel über Spendengelder restauriert werden.

Pastor Dirk Fey, der für die Kirchengemeinde zuständig ist, begrüßt die Aktivitäten des Fördervereins. „Hier gibt es Menschen, die versuchen, die Kirche im Dorf zu behalten“, lobt er. Auch seitens der Gemeinde Klein Vielen finden die Bemühungen des Fördervereins großen Anklang. „Wir haben kaum finanziellen Spielraum für kulturelle Förderung“, sagt Gemeinderatsmitglied Uta Matecki. Umso bedeutender sei es, wenn Leute sich um das historische Erbe in ihren Dörfern kümmern. „Das schafft Zusammenhalt und stärkt die Gemeinschaft“, sagt sie. Schritt für Schritt werde die Liepener Kirche zum kulturellen Zentrum des Dorfes, ein Ort, an dem man zusammenkommt und zusammenrückt.

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