RESIDENZSCHLOSSVEREIN

Verein sieht Möglichkeit für ein Museum in Neustrelitzer Parkvilla

Das ehemalige Haus des Großherzogs in der Parkstraße ist wieder in Landesbesitz. Wie kann es genutzt werden?
Tobias Lemke Tobias Lemke
Am vergangenen Sonnabend hatte der Ex-Eigentümer zum Rundgang ins Haus eingeladen. Hier ein Blick ins Herrenzimmer.
Am vergangenen Sonnabend hatte der Ex-Eigentümer zum Rundgang ins Haus eingeladen. Hier ein Blick ins Herrenzimmer. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Das eine schließt das andere nicht aus. Nachdem am Montag das Großherzogliche Palais in der Neustrelitzer Parkstraße vom Eigentümer wieder zurück ans Land übergeben wurde, müssen nach Ansicht des Vorsitzenden des Residenzschlossvereins Neustrelitz, Jürgen Haase, nicht gleich andere Projekte fallen gelassen werden. Konkret widersprach Haase Meinungen, wonach sich in der Stadt nun nicht mehr für einen Wiederaufbau des Schlosses eingesetzt werden müsse.

Strelitzer Kulturgut zuhauf in Schwerin gelagert

„Das geht für mich an der Realität vorbei, denn darauf pocht im Sinne eines schnellen Wiederaufbaus niemand“, erklärt Haase gegenüber dem Nordkurier. Vielmehr gehe es in beiden Fällen, Schloss und Palais, doch um das Gleiche – um angemessene Nutzungen. Für Haase kann es im Großherzogliche Palais eigentlich nur auf eine Lösung hinauslaufen. „Während es auf dem Schlossberg um einen Neubau mit weiten inneren Gestaltungsmöglichkeiten des zukünftigen Nutzers geht, sind die Möglichkeiten beim Parkhaus aufgrund der notwendigen denkmalgerechten Restaurierung der Prunkräume bedeutend eingeschränkter – ein Schloss-Museum erscheint beinahe einzig angemessen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Auszustellendes Strelitzer Kulturgut gebe es übrigens genug, nicht zuletzt in Schwerin, ergänzt er.

Am Ende hänge alles zusammen. Für künftige Besucher werde das abseits gelegene Palais erst genügend anziehend sein, wenn sich das gesamte Schloss-Areal entwickle, angefangen vom Kulturquartier in der Schloßstraße über den Schlossberg bis hin zu einer sanierten Schlosskoppel. Zudem merkt Haase an, dass das Palais sehr wohl auch als ein zweites Schloss bezeichnet werden könne. „Was anderes als ein Schloss ist denn das Wohnhaus eines regierenden Fürsten?“, fragt er.

zur Homepage