SPIELABBRUCH

▶ Video zeigt Tumulte bei Spiel von Neubrandenburger Syrer-Mannschaft

Eine Menschentraube auf dem Spielfeld, pöbelnde Zuschauer am Rand, ein Schiri unter Schock: So sah es am Sonntag bei den Tumulten in der Kreisliga aus.
Neubrandenburgs Trainer Mustafa Ibrahim (links) steht im Fokus.
Neubrandenburgs Trainer Mustafa Ibrahim (links) steht im Fokus. Roland Gutsch
Groß Miltzow.

Auf einem privaten Handy-Video sind fremdenfeindliche Rufe vom Spielfeldrand zu hören. „Fahrt nach Hause, fresst nen Döner“, heißt es dort. Auch der Satz „ab nach Bagdad, ihr Säcke“ ist während der Schubserei zu hören. Nachdem Schiedsrichter Kersten Krüger die Kreisligapartie zwischen dem MSV Groß Miltzow II und dem SV Motor Süd Neubrandenburg III in der 76. Minute abgepfiffen hat, gingen Spielern und Zuschauern die Nerven durch.

 

Krüger schickte den Neubrandenburger Spieler Alaa Sbagh in der 76. Minute wegen eines groben Fouls mit Gelb-Rot von Platz. Daraufhin soll ihn der Trainer der Neubrandenburger, Mustafa Ibrahim, verbal sowie körperlich angegangen sein. Ibrahim wechselte sich kurz zuvor selbst ein. Der Schiedsrichter erstattete noch am Sonntag bei der Polizei Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Es steht Aussage gegen Aussage

„Ich habe die Motor-Süd-Mannschaft schon oft gepfiffen, derart aggressiv habe ich die Jungs aber noch nie erlebt“, sagte Krüger am Montag. Die Mannschaft besteht aus syrischen Einwanderen. Er gehört zum etablierten Kreis der Spielleiter in der Seenplatte und kann auf zahlreiche Einsätze im Amateurfußball zurückblicken.

Ibrahim indes wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er beteuert, den Schiedsrichter nicht angefasst zu haben.

Peter Kiefer ist Vorsitzender beim Kreisfußballverband Mecklenburgische Seenplatte und erwartet derzeit den Sonderbericht vom Schiedsrichter. Ihm zufolge sei der Sachverhalt, wie aus Groß Miltzow mitgeteilt, generell vollkommen abzulehnen. Aber: „Wenn der Bericht vorliegt, wissen wir Genaueres“, sagte er. Dieser wird dann ans Sportgericht des Kreisfußballverbandes übergeben, welches anschließend ein Urteil fällen wird.

Ulf Krömer, Fußball-Abteilungsleiter beim SV Motor Süd, sprach das Verhalten der Zuschauer in Groß Miltzow nach der Situation an: „Solange die Leute die Ausländer nicht akzeptieren, können wir in einem Monat oder einem Jahr erneut darüber sprechen.“ Rassistische Anfeindungen gegenüber den Neubrandenburgern seien laut Krömer am Sonntag nicht zum ersten Mal vorgekommen. Dennoch würde das vom KFV wohl erneut ignoriert werden.

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Kommentare (2)

...das der Vorfall beim FSV Münster durch einen Spieler aus dem gleichen Kulturraum ausgelöst wurde.
Nur hier blieb der Schiri gleich liegen...

...wenn man mit anderen Zivilisationen konfrontiert wird, bei denen das gang und gäbe ist. Aber das wollen doch die Meisten in diesem Lande so, bitte mehr davon!

Mein Mitleid hält sich in (überschaubaren) Grenzen!