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Völlig maroder Schloss-Anbau – Mirow hofft auf Mittel für Notsicherung

Die Stadt Mirow will eine weitere Quelle anzapfen, um Fördermittel zur Sanierung des Gesamtensemble „Unteres Schloss” zusammen zu bekommen.
Der barocke Fachwerkbau in der Rotdornstraße wurde vermutlich als Seitenflügel des Schlosses errichtet. Das Haus is
Der barocke Fachwerkbau in der Rotdornstraße wurde vermutlich als Seitenflügel des Schlosses errichtet. Das Haus ist in einem sehr schlechten Zustand. Tobias Lemke
Mirow ·

Legen demnächst Handwerker und Restauratoren am Flügelgebäude des Unteren Schlosses in Mirow Hand an? Die Stadt Mirow versucht, dafür nun Fördermittel in Höhe von rund 204 000 Euro vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin einzuwerben. Die Kommune selbst würde die gleiche Summe noch mal dazu packen, sodass am Ende mehr als 400 000 Euro für erste Sanierungsarbeiten an dem 1736 errichteten Denkmalbau bereitstehen würden.

Jahrelanger Leerstand und Vernachlässigung

Damit könnten – vorausgesetzt, die Fördergelder werden bewilligt – die ersten Schritte zur Entwicklung des Gesamtensembles „Unteres Schloss“ erfolgen, heißt es im Beschluss, der am Dienstagabend in der Stadtvertretung Mirow eine Mehrheit fand. Der Begriff Notsicherung sei dabei nicht falsch zu verstehen, sagte Bürgermeister Henry Tesch (CDU). „Das Geld soll so eingesetzt werden, dass schon grundhaft saniert wird. Balken werden zum Beispiel so eingebaut, dass sie auch wieder lange Zeit drin bleiben können“, erklärte er. Das eingeschossige Fachwerkgebäude neben dem Schloss befindet sich aufgrund des jahrelangen Leerstands und Vernachlässigung in einem schlechten Zustand. Insbesondere sei die Sicherung des stark geschädigten Daches dringend erforderlich, um die weitere Zerstörung der historischen Bausubstanz zu stoppen, heißt es.

Anträge für Sanierung des Hauptgebäudes gestellt

Sollte es keine Fördermittelzusage vom Landesamt geben, so werde auch die Stadt den größten Teil ihrer Mittel nicht einsetzen. „Unser Ansatz ist, dass mit jedem Euro, den wir ausgeben, mindestens ein weiterer eingeworben wird“, erklärte Tesch. Stefan Räder (AfD) hatte nachgehakt, ob mit dem Beschluss die Ausgabe der städtischen rund 200 000 Euro zwingend feststehen würde, auch wenn kein Fördergeld kommt.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Stadtvertretung Fördermittelanträge an den Bund und das Land für die Sanierung des Schloss-Hauptgebäudes auf den Weg gebracht. Unter anderem geht es um 2,8 Millionen Euro aus dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“. Es wird mit Gesamtkosten in Höhe von mehr als 7,7 Millionen Euro gerechnet.

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