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Theater-Festival

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Vogelhändler bereit fürs Sonnentor

Das Sonnentor-Ensemble probt seit Anfang der Woche in Babke. Bühnenaufbau und der Bau von Kulissen werden dank befreundeter Handwerker gestemmt.  
Das Sonnentor-Ensemble probt seit Anfang der Woche in Babke. Bühnenaufbau und der Bau von Kulissen werden dank befreundeter Handwerker gestemmt.
Tobias Lemke

Mit Familie und Freunden wird das Festival gestemmt. Darauf kann sich Sonnentor-Theater-Leiter Jens Wassermann auch in diesem Jahr verlassen.

Die Stimmung ist locker, die Gesichter sind entspannt. Aber Urlaub sei das trotzdem nicht. „Es ist eher so, dass wir dort arbeiten, wo andere Urlaub machen“, sagt Theater-Regisseurin Christine Bossert. Auch wenn Opernsänger, Tänzer, Musiker und helfende Handwerker entspannt und ohne großen Stress derzeit auf dem Wassermann‘schen Hof in Babke proben und werkeln, so wollen sie dennoch einem gewissen Anspruch gerecht werden. Und das erwarte auch das Publikum, sagt Jens Wassermann, Initiator des Sonnentor-Theaterfestivals. Morgen Abend wird zum ersten Mal der Vorhang gelüftet zur diesjährigen Operette „Der Vogelhändler“. Wobei das mit dem Vorhang unterm Sonnentor nicht ganz passt. „Der Reiz hier in Babke liegt ja darin, dass es keine klassische Bühne gibt und der ganze Hof bespielt wird“, sagt Regisseurin Bossert.

Bühnenaufbau mit Freunden

So wird zum Beispiel das reetgedeckte Familienhaus kurzerhand zum Wirtshaus umfunktioniert. Auch die Künstler genießen die familiäre Atmosphäre in Babke. Man kenne sich und bei aller Professionalität gehe es bei den Babker Inszenierungen schon ein wenig gelassener zu als gewöhnlich. „Das genießen wir“, sagt Opernsängerin Tonje Haugland. Sie wird für die drei Aufführungen am Wochenende in die Rolle der Kurfürstin Marie schlüpfen.

Den Aufbau der gesponserten Bühne hat wieder Uwe Wassermann mit befreundeten Handwerkern gewuppt. Mehrere hundert Einzelteile seien es wohl gewesen, die da an zwei Tagen zusammengeschraubt wurden. Die Spiel- und Tanzfläche besteht allein aus 34 Bühnenplatten. Die beiden Brüder arbeiten Hand in Hand. „Jens hat das Künstlerische im Blick, ich die Logistik“, so Uwe Wassermann. Als Praktiker kann er seinem Bruder sagen, was machbar ist und wenn nicht, wie es anders funktionieren kann. Vier Statuen und Säulen nach Vorbildern aus dem Garten von Schloss Sanssouci sind zudem für das Bühnenbild entstanden. Die Schillersdorfer Handwerker Steffen Manthei, Philipp Runge und André Reincke haben die Kulissen nach Feierabend gebaut.

Noch Restkarten

Natürlich zahlt das Publikum Eintritt beim Sonnentor-Theaterfestival. „Aber wir sind trotzdem keine hoch-kommerzielle Veranstaltung“, unterstreicht Jens Wassermann. Er ist jedes Jahr aufs Neue dankbar und froh darüber, dass es viele Helfer, Unterstützer und Sponsoren für das Freiluft-Spektakel gebe. So könne er doch einen Beitrag dazu leisten, dass was los sei in der Region, sagt zum Beispiel Dachdeckermeister Manthei.

Karten sind in den Touristinformationen in Neustrelitz, Mirow, Wesenberg und Neubrandenburg sowie an der Abendkasse erhältlich. Die Aufführungen finden am 17. August um 20 Uhr, am 18. August um 20 Uhr und am 19. August um 15 Uhr statt. Für die Vorstellung am Freitagabend sind nur noch einige wenige Restkarten zu haben.