INFRASTRUKTUR

Wahlkämpfer setzen auf 27 Schienen-Kilometer

Sowohl bei den Grünen als auch bei der SPD steht die Bahnstrecke zwischen Feldberg und Neustrelitz auf der Agenda. Aber auch die Solarbranche hat ein Auge darauf geworfen.
Der Bahnhof in Carpin ist noch gut erkennbar. Der Verlauf der Gleise ist indessen nur zu ahnen.
Der Bahnhof in Carpin ist noch gut erkennbar. Der Verlauf der Gleise ist indessen nur zu ahnen. Ulrich Krieger
Feldberg ·

Zehn Millionen Euro braucht es schon für die 27 Kilometer. Mit dieser Summe könnte die seit Jahren gesperrte Bahnstrecke von Neustrelitz nach Feldberg aktiviert werden. Peer-Uwe Krimpenfort von der in Neustrelitz ansässigen Eisenbahn Logistik und Service GmbH (ELS) hält diese Summe für realistisch, um die Gleise wieder auf Vordermann zu bringen. Feldberg/Neustrelitz.

Die Eisenbahnlinie ist seit 2015 wegen Oberbaumängeln gesperrt. Zuvor war sie bereits im Jahr 2000 durch die DB AG stillgelegt worden. Anstelle der Züge verkehren seitdem Busse im Zweistundentakt zwischen Neustrelitz und Feldberg. Die ELS hat die Bahnanlagen 2005 erworben und von 2009 bis 2015 aktiv betrieben. In dieser Zeit gab es jedoch keinen regelmäßigen Zugbetrieb, sondern nur gelegentliche, touristische Sonderzugfahrten und einige Güterzüge. Seit ihrer Sperrung in 2015 wächst nun Gras über die Gleise.

Im Wahlkampf sind nun Mandatsbewerber gleich mehrerer Parteien sozusagen auf „den Zug nach Feldberg aufgesprungen“. Die Landtagskandidatin der Grünen, Friederike Fiß, war gestern in Carpin unterwegs, um für die Aktivierung der Strecke zu werben.

Die SPD-Bundestagskandidaten Johannes Arlt (Wahlkreis) und Erik von Malottki (Wahlkreis 16) und SPD- Landtagskandidat Andreas Butzki wollen ebenfalls die Reaktivierung dieser Bahnstrecke und haben zu einem Vorort-Termin eingeladen. Teilnehmen werden auch die Bürgermeister aus Feldberg, Constance von Buchwaldt (SPD) und Neustrelitz, Andreas Grund (parteilos). Am 21. September will man sich auf dem Bahnhof in Feldberg treffen. Parteiunabhängig sehen die Wahlkämpfer in der Streckenaktivierung einen Beitrag zum Klimaschutz und für die touristische Entwicklung, die insbesondere von einer durchgehenden Eisenbahnverbindung der Region mit Berlin profitieren würde.

Inbetriebnahme der Strecke wäre schnell möglich

Eine effektive Förderung der Reaktivierung von Eisenbahnstrecken durch den Bund oder auch das Land ist möglich, wie Peer-Uwe Krimpenfort dem Nordkurier sagte. Ausschlaggebend sei der politische Wille hierzu.

Für sein Unternehmen ist die Aktivierung der Bahnstrecke verständlicherweise von großem Interesse. Allerdings brauche es neben einer einmaligen Förderung der Erneuerung der Strecke auch regelmäßige, gesicherte Einnahmen für deren Betrieb und Unterhaltung. Diese könne es nur geben, wenn das Land dort wieder täglich Personenzüge im Taktverkehr bestellen würde, sagt Krimpenfort. Eine Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke sei dann recht kurzfristig möglich. Er rechne mit einer Bauzeit zwischen sechs Monaten und einem Jahr. Danach könnten die Züge wieder fahren.

Einer Ertüchtigung der Strecke sieht auch Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt positiv entgegen. „Die Strecke Feldberg-Neustrelitz ist eine der schönsten, naturbelassenen und romantischsten Strecken, die ich kenne“. Mit der romantischen Streckenführung könnte es allerdings bald vorbei sein: Von Buchwaldt verwies auf die derzeitig laufenden Überlegungen, neben der Bahnstrecke Fotovoltaik-Anlagen zu bauen. Entsprechende Anlagen entlang der Bahnstrecke werde in den Kommunen Feldberger Seenlandschaft, in Grünow und in Carpin bereits in der Kommunalpolitik vorberaten.

 

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Kommentare (1)

Dafür haben die Afgahnen neue Brücken, Straßen, Stromleitungen und Breitband kostenlos bekommen. Jetzt zu den Bundestagswahlen möchte man mal wieder etwas für Deutschland tun. Pure Lippenbekenntnisse die nach der Wahl ganz schnell wieder vom Tisch sind.