Heiße Kohlen unter der Erde verursachten am Samstag kleinere Folgebrände im Wald am Bürgerseeweg. Zudem ist da
Heiße Kohlen unter der Erde verursachten am Samstag kleinere Folgebrände im Wald am Bürgerseeweg. Zudem ist das Gebiet munitionsbelastet. Ortsfeuerwehr Altstrelitz
Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Altstrelitz beim Ablöschen des brennenden Areals.
Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Altstrelitz beim Ablöschen des brennenden Areals. Ortsfeuerwehr Altstrelitz
Folge-Einsatz

Waldbodenbrand lässt sich so schnell nicht ausmerzen

Der Waldboden bei Neustrelitz gibt nach dem großen Brand am 24. Juni noch immer keine Ruhe. Die Kohlebriketts sind zudem nicht das Gefährlichste, das unter der Oberfläche lauert.
Neustrelitz

Die Ortsfeuerwehr Altstrelitz musste am Samstag wieder zu Nachlöscharbeiten in das Waldgebiet beim Bürgerseeweg ausrücken. Zwei räumlich getrennte Flächen brannten erneut nach dem großen Waldbrand am 24.  Juni, bei dem circa fünf Hektar Wald zerstört worden waren. Erst nach mehr als sieben Stunden Einsatz hatten die 17 Wehren mit 120 Einsatzkräften den Brand seinerzeit unter Kontrolle. Mit elf Kameraden und zwei Fahrzeugen war die Feuerwehr diesmal im Einsatz, um das Gebiet erneut abzulöschen. Heiße, unter der Erde liegende, Kohlestücke hatten den Brand verursacht. „Wir mussten an diesem Samstag zweimal wegen Nachlöscharbeiten ausrücken“, hieß es von Einsatzleiter Guido Mertke.

Übungsminen, Granaten und Gewehrmunition gefunden

Die Feuerwehr Neustrelitz und die Ortsfeuerwehr Altstrelitz waren mittlerweile sechsmal zu Nachlöscharbeiten in dem Waldgebiet beim Bürgerseeweg. Auch der Regen der letzten Tage brachte keine Erleichterung für den Wald und die Feuerwehr.

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Ein zusätzliches Problem: Das Areal ist zum Teil munitionsbelastet. Die Außenstelle des Munitionsbergungsdienstes Mirow hatte bereits kurz nach dem Brand sporadisch die Flächen auf Munition geprüft. „Beim Soforteinsatz in dem Gebiet haben wir Übungsminen, Granaten und Gewehrmunition gefunden“, so Munitionsexperte Ralf Tiedt. Wie lange man brauchen würde, um so ein Gebiet zu räumen, sei abhängig von dem, was gefunden werde. Drähte, Splitter und Nägel seien Störkörper, die den Einsatz hinauszögern würden. Zunächst müssten Angebote von privaten Munitionsräumungsfirmen eingeholt werden. Nach der Kosteneinschätzung könne die Bergung dann beginnen. Um sicher unterwegs zu sein, würde man dann auch die Brandschutzstreifen der Feuerwehr nutzen können, hieß es von Tiedt.

Zurzeit bleibt nur eins: Abbrennen lassen

Vier Hektar der zerstörten Waldfläche gehören der Stadt, ein Hektar der Bundesforst. Die Bundesforst habe die Brandwache mittlerweile beendet, da sie die Fläche im Griff hätte, hieß es vom Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund. Auf der Fläche, die der Stadt gehöre, brenne es diffus im Boden. „Die Lösung wäre eine Bodenabtragung auf der kleinen Fläche, wo unterirdisch die Briketts brennen, doch wir dürfen nicht graben“, so der Bürgermeister. Der Stadt sei auch nicht bekannt, wie viele Briketts noch unter der Erde lagern. Derzeit könne man das Gebiet nur kontrolliert ausbrennen lassen und die Bodentemperaturen messen.

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Der Oberboden könne zudem erst nach einer Munitionsfreistellung abgetragen werden. Die Munitionsfreistellung sei aber wiederum erst möglich, wenn die Fläche nicht mehr brenne. Zunächst müsse die Finanzierbarkeit für die Bodenabtragung geklärt werden, so Grund. In der Nähe des betroffenen Gebietes gibt es empfindliche Infrastruktur wie die JVA, das Paketzentrum und eine Umschlagstation. „Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagt der Bürgermeister.

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