RATSCHLAG

Was der Schornsteinfeger nach dem Brand in Woldegk sagt

Mit Wasser war bei dem Schornsteig-Brand in Woldegk nichts zu machen. Dann wäre es richtig gefährlich geworden, sagt einer, der sich damit auskennt.
Schornsteinfeger Ronny Andryk musste den Ruß in dem brennenden Schornstein nach unten kehren. Die Feuerwehr sorgte f&uum
Schornsteinfeger Ronny Andryk musste den Ruß in dem brennenden Schornstein nach unten kehren. Die Feuerwehr sorgte für die Beleuchtung der Brandstelle. Felix Gadewolz
Woldegk ·

Das war kein einfacher Job für Schornsteinfeger Ronny Andryk, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon Feierabend hatte. Doch dann musste er plötzlich noch einmal los: In der Woldegker Wollweberstraße schlugen am späten Mittwochabend Flammen aus dem Schornstein eines Wohnhauses. Bei Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehren flogen bereits meterhohe Funken aus der Esse. Feuerwehrleute der Wehren aus Dewitz, Woldegk und Hinrichshagen kamen zum Einsatz und sicherten den Brandort ab, während Andryk den Schornstein reinigen musste.

Immerhin fand er trotz der dunklen Nacht gute Lichtverhältnisse vor. Denn der Brandort wurde mit einem Scheinwerfer der Feuerwehr ausgeleuchtet. Das Risiko wurde dadurch allerdings nicht geringer. „Bei einer Schornsteintemperatur von 800 bis 1000 Grad zu arbeiten, ist nicht ungefährlich“, sagte Andryk dem Nordkurier am Mittwoch.

Spezielles Kehrgerät war im Einsatz

Der Schornstein musste im brennenden Zustand gereinigt werden. Der brennende Ruß werde nach unten gekehrt, wo er dann auch von den Feuerwehrleuten zusammengefegt wurde, wie Andryk verdeutlichte. Zum Einsatz kam dabei ein spezielles Kehrgerät aus Metall, das besonders hitzebeständig ist. Auf keinen Fall sollte in solch einem Fall Wasser zum Einsatz kommen, das würde den Schornstein sofort sprengen.

Schornsteinbrände sind nach Ansicht von Ronny Andryk nichts Ungewöhnliches. Allerdings sind sie auch vermeidbar, wenn der Schornstein ausreichend gereinigt wird und wenn auch entsprechend geheizt werde. So dürfe der Kamin oder Ofen nicht zur Müllverbrennungsanlage werden, müsste trockenes Holz verheizt werden. Und die Reinigung müsse an die Häufigkeit des Heizens angepasst werden. „Es hilft nicht, wenn uns jemand erklärt, er heize nur wenig. Wir reinigen den Schornstein dann und anschließend ändere sich das Heizverhalten“. In solchen Fällen sollte sicherheitshalber der Schornsteinfeger angerufen werden. „Lieber einmal mehr als zu wenig fragen“, resümiert der Fachmann. Die Pflicht zur Reinigung des Schornsteins ist gesetzlich festgelegt. Mindestens einmal im Jahr muss das passieren, erinnert Andryk.

„Sachschaden hält sich in Grenzen”

Personen wurden bei dem Feuer in Woldegk nicht verletzt, auch ein Übergreifen auf angrenzende Wohnhäuser konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehrleute verhindert werden. „Der Sachschaden hält sich in Grenzen“, bestätigte auch Woldegks Wehrführer Frank Thude dem Nordkurier.

In der betroffenen Küche sei durch die Reinigungsarbeiten Ruß ausgetreten. Warum der Schornstein indessen Feuer fangen konnte, ist derzeit noch nicht geklärt und bleibt aktuell Gegenstand der Ermittlungen, erfuhr der Nordkurier. Vor Ort hieß es aber auch, dass häufig mangelnde Reinigung die Ursache für einen Schornsteinbrand sei.

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