Der Grabstein für den im 1. Weltkrieg gefallenen Karl Hahn sollte schon vor fünf Jahren einen würdigen Platz au
Der Grabstein für den im 1. Weltkrieg gefallenen Karl Hahn sollte schon vor fünf Jahren einen würdigen Platz auf dem Neustrelitzer Hauptfriedhof erhalten. Er liegt aber immer noch außerhalb des Friedhofsgeländes. ZVG
Ärger

Was geschieht mit dem vergessenen Grabstein aus dem Ersten Weltkrieg?

Der Gedenkstein ist Karl Hahn gewidmet, der sein Leben im Ersten Weltkrieg ließ. Inzwischen weiß man auch, wo er gefallen war.
Neustrelitz

Der Stein sollte schon vor fünf Jahren einen würdigen Platz auf dem Neustrelitzer Friedhof erhalten. So jedenfalls hieß es im Juni 2017 in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Passiert ist allerdings bislang nichts. Auch das Versprechen des Neustrelitzer Bürgermeisters den 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs zu nutzen, um dem Grabstein für ein Opfer des Ersten Weltkriegs einen würdigen Platz zurückzugeben, ist nicht eingehalten worden.

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Karl Hahn war 1917 gefallen

Der Grabstein von Karl Hahn liegt immer noch zurückgelassen und verwittert außerhalb des Friedhofsgeländes, wie Nordkurier-Leser Jörg Westphal aufgefallen ist. Auf den Stein hatte vor fünf Jahren auch schon Branko Werner aus Wilhelminenhof aufmerksam gemacht. Ihm war der Granitblock schon mehr als ein Jahrzehnt zuvor aufgefallen. 2017 war es dann 100 Jahre her, dass Karl Hahn gestorben war. Im Alter von 22 Jahren! Vermutlich war er im 1. Weltkrieg ums Leben gekommen. Auf dem Grabstein befindet sich auch ein Eisernes Kreuz.

Der Grabstein von Karl Hahn lagert an einem Weg, der hinter dem Friedhof auf dem alten Bahndamm entlangführt. Auf welche Weise er dorthin gelangt ist, konnte nicht festgestellt werden. Auf dem Grabstein ist nachzulesen, dass Karl Hahn am 16. Juni 1917 ums Leben kam. Der historisch interessierte Branko Werner hatte seinerzeit auch Recherchen angestellt, um mehr über die Todesumstände von Karl Hahn zu erfahren. Demnach ist der Mann Soldat gewesen und irgendwo auf Chemin des Dames gefallen.

Rathaus: Thema aus den Augen verloren

Der markante Höhenzug Chemin des Dames im Norden Frankreichs war im Ersten Weltkrieg an der Westfront ein Kriegsschauplatz, auf dem viele Tausende Menschen ihr Leben lassen mussten. Den Informationen von Branko Werner zufolge hat Karl Hahn im Großherzoglichen Mecklenburgischen Reserve Infanterieregiment Nr. 214 als Unteroffizier gedient. Das Regiment verlor im Verlaufe des Ersten Weltkriegs 2700 Soldaten, Offiziere und Unteroffiziere, fand Werner heraus.

Wie es jetzt aus dem Neustrelitzer Rathaus heißt, ist die Bergung des Steins immer noch vorgesehen. Im Rathaus wurde eingeräumt, dass man das Thema etwas aus den Augen verloren hat. Zwischenzeitlich habe es auch personelle Umbesetzungen in der Friedhofsverwaltung gegeben. Zuletzt habe es bereits einen Termin für die Umlagerung des Steins gegeben. Diesem hätten aber die Stürme der vergangenen Wochen mit ihren Folgen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

 

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