ARCHITEKTUR

Wasserski-Anlage in Feldberg droht der Denkmalschutz

Die zu DDR-Zeiten errichtete Anlage wurde bereits durch eine Vertreterin des Landkreises in Augenschein genommen. In Feldberg gibt es große Bedenken.
Beim Feldberger Wasserskiclub (WSC) Luzin ist man nicht begeistert von den Plänen, die Anlage auf dem Amtswerder unter Denkmalschutz zu stellen, sagen der Vereinsvorsitzende Torsten Beier und Vereinssprecher Andreas Scholz (von links).
Beim Feldberger Wasserskiclub (WSC) Luzin ist man nicht begeistert von den Plänen, die Anlage auf dem Amtswerder unter Denkmalschutz zu stellen, sagen der Vereinsvorsitzende Torsten Beier und Vereinssprecher Andreas Scholz (von links). Marlies Steffen
Das war 1969. Die Mitglieder des WSC Luzin bauten die Tribüne für die Zuschauer mehr oder weniger in Eigenleistungen (Archivbild)
Das war 1969. Die Mitglieder des WSC Luzin bauten die Tribüne für die Zuschauer mehr oder weniger in Eigenleistungen. Foto: Archiv/Frank Schütze Archiv Frank Schütze
Denkmalschutz für ein rostiges Geländer? Das ist das einzige Objekt, das auf der Anlage des WSC Luzin noch original aus DDR-Zeiten stammt. Foto: Marlies Steffen
Denkmalschutz für ein rostiges Geländer? Das ist das einzige Objekt, das auf der Anlage des WSC Luzin noch original aus DDR-Zeiten stammt. Foto: Marlies Steffen Foto: Marlies Stefen
Das war 1969. Die Mitglieder des WSC Luzin bauten die Tribüne für die Zuschauer mehr oder weniger in Eigenleistungen. Foto: Archiv/Frank Schütze
Das war 1969. Die Mitglieder des WSC Luzin bauten die Tribüne für die Zuschauer mehr oder weniger in Eigenleistungen. Foto: Archiv/Frank Schütze Archiv Frank Schütze
Feldberg.

Es war ein Moment der Schockstarre. Und Torsten Beier hat sogar kurz darüber nachgedacht, jetzt alles hinzuschmeißen. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erwägt offenbar, die 1969 errichtete Wasserskianlage auf dem Feldberger Amtswerder unter Denkmalschutz zu stellen. Eine Mitarbeiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde war bereits vor Ort und hat das Gelände samt der darauf befindlichen Baulichkeiten inspiziert. Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande bestätigte auf Nordkurier-Nachfrage das Interesse. „Aufgrund der architektonischen Besonderheiten der Wasserskianlage in Feldberg hat die Untere Denkmalschutzbehörde eine Prüfung im Hinblick auf die Denkmalwürdigkeit der Anlage in die Wege geleitet“.

Verein in Sorge

Die Prüfung stünde aber erst am Anfang. Ergebnisse könnten noch nicht benannt werden. Bei der weiteren Prüfung werde berücksichtigt, dass die Anlage bereits durch Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren verändert wurde, heißt es in der Mitteilung außerdem. Das Vorgehen der Unteren Denkmalschutzbehörde aber stößt bei Torsten Beier, dem Vorsitzenden des Wasserskiclubs (WSC) Luzin, auf große Bedenken. Zwiespältig sieht die Angelegenheit auch WSC-Sprecher Andreas Scholz. „Es ist eine Form der Wertschätzung, wenn etwas unter Denkmalschutz gestellt wird“, sagte er dem Nordkurier.

Aber jeder wisse auch, dass es anschließend deutlich schwieriger, aufwendiger und auch teurer werde, wenn es um bauliche Veränderungen gehe. Diese baulichen Veränderungen aber braucht der Verein, um als Veranstalter sowohl für den Wasserski als auch für andere Angebote konkurrenzfähig zu bleiben. Derzeit ist die Überdachung der Mitteltribüne eingeplant. Damit will sich der Verein im saisonalen Veranstaltungsangebot der Region wetterunabhängiger machen. Es gehe nicht nur um Wettkämpfe und Showveranstaltungen, sagt Scholz. Auch für Konzerte oder andere Aufführungen sei ein regensicherer Veranstaltungsort eine verlässlichere Größe.

Tribüne und Turm schon mehrfach umgebaut

Wenig Verständnis löst der Vorstoß des Landkreises auch deshalb bei den WSC-Mitgliedern aus, weil sowohl Zuschauertribüne als auch Schiedsrichterturm seit 1990 teils mehrfach umgebaut wurden. Das Vereinshaus wurde sogar erst Anfang der 1990er Jahre errichtet. Lediglich das Geländer oberhalb der Zuschauerplätze sei noch ein Original aus DDR-Zeiten. Der letzte große Umbau fand 2006 statt, zwischenzeitlich wurde das Sanitärgebäude noch neu gebaut, ein Imbissstand errichtet. „Der Verein ist jetzt im 57. Jahr. Wir halten hier die Tradition hoch, eigentlich brauchen wir keinen Denkmalschutz“, sagt Torsten Beier. Wie der Landkreis dem Nordkurier auch sagte, ist das Vorgehen in Sachen Wasserskianlage auf dem Amtswerder bislang beispiellos in der Seenplatte. Es gebe keine andere Anlage, die unter Schutz gestellt werden soll.

Auch in der Gemeindeverwaltung wird der Vorstoß offenbar kritisch gesehen. Es gibt indessen „kein Bestreben, an dieser Stelle auf dem Amtswerder Denkmalschutz zu befördern“, sagte Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) und kündigte eine umfangreichere Erklärung für diese Woche an. Das Gelände befindet sich im Eigentum der Gemeinde.

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