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Wege zum Bargeld werden weiter

VonSusanne BöhmFür viele Kontoinhaberein Schock: In Holzendorf schließt die Bank-Filiale.Holzendorf.Die VR-Bank Uckermark-Randow schließt nach über 20 ...

VonSusanne Böhm

Für viele Kontoinhaber
ein Schock: In Holzendorf schließt die Bank-Filiale.

Holzendorf.Die VR-Bank Uckermark-Randow schließt nach über 20 Jahren ihre Filiale in Holzendorf. Schriftlich hat das Kreditinstitut seinen Kunden mitgeteilt, dass die nächste Zweigstelle ihrer Bank ab dem 10. Juni in Woldegk zu finden sein wird – zwölf Kilometer entfernt. Für manche ist eine solche Fahrt eine weite Reise.
„Das ist für uns ein Schock“, sagt Bürgermeisterin Elvira Janke. „Ein weiterer Teil unserer Infrastruktur geht verloren. Wir haben bald gar nichts mehr.“ Der Wegzug der Bank sei vor allem für ältere Menschen ein Problem, die kein Auto haben. Viele kaufen ihre Lebensmittel an Verkaufsmobilen, die bis fast vor die Haustüren rollen. Weil dort keine Geldkarten akzeptiert werden, brauchen die Leute Bares. An das aber kommen sie nun nicht mehr so einfach, erklärt die Bürgermeisterin. „Die Leute tun mir leid.“
Auch Bank-Vorstand Horst Gülink bedauert die Schließung und erklärt, dass es sich nicht rentiert, Filialen zu unterhalten, in denen weniger als 1000 Kunden betreut werden. Die Zweigstelle in Holzendorf hätten nur noch etwa 700 Kontoinhaber genutzt. „Wir haben die Zweigstelle schon sehr lange aufrechterhalten, aber auch an uns geht der Bevölkerungsrückgang nicht vorbei.“ Er hoffe, dass die Betroffenen ihre Bankgeschäfte künftig in Woldegk oder Friedland in Verbindung mit Einkaufsfahrten oder Arztbesuchen erledigen können. Wichtig sei ihm auch, dass Kundenbetreuerin Christine Kohlmeyer-Juckel nicht entlassen wird, sondern ab Juni am Standort Woldegk beschäftigt ist.
Die Variante, in Holzendorf einen Geldautomaten stehen zu lassen, schloss er aus. „Wenn ein Automat dort steht, muss das Gebäude betreut werden, aus Sicherheitsgründen müssen oft zwei Personen nach Holzendorf fahren, das Gerät muss gewartet werden, Tag und Nacht muss eine Datenleitung da sein – das kostet alles.“ Seine Bank konzentriere sich jetzt auf den Standort Woldegk. Was aus den dann leeren Räumen in Holzendorf wird, die der Bank gehören, sei noch nicht entschieden.

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s.boehm@nordkurier.de