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Weinlese in Rattey hat so früh wie nie begonnen

In den Bergen des Weinguts Rattey Schloss Rattey hat am Freitag die Weinlese begonnen.
In den Bergen des Weinguts Rattey Schloss Rattey hat am Freitag die Weinlese begonnen.
Marlies Steffen

Denn der trockene Sommer hat die Trauben in Rattey schon fast zu gut reifen lassen. Deshalb musste nun quasi die Säure in der Frucht gerettet werden.

Auf dem Mühlenberg in Rattey hat die diesjährige Weinlese begonnen. „Die so früh wie noch nie stattfindet“, sagt der Leiter des Weinguts, Stefan Schmidt. Die frühe Blüte des Weins und das andauernd hochsommerliche Wetter mit den vielen Sonnenstunden hätten den Wein gut gedeihen lassen.

So gut, dass es irgendwann auch schon wieder knifflig werden könnte. „Denn bei zu viel Sonne verlieren die Trauben die Säure“ und ein Weißwein ohne Säure habe etwas von einem charakterlosen Gesellen, verdeutlicht Schmidt. Zudem sei zu viel Zucker noch aus einem anderen Grund nicht so gut. Dann würde der Alkoholgehalt des Weines zu hoch. Vor zwei Jahren reifte ein Wein mit 14,6 Volumenprozent Alkohol heran. Der wurde zwar preisgekrönt, wie andere Ratteyer Weine inzwischen auch. „Aber es ist schon eher ein Dessertwein und das wollen wir eigentlich nicht ausschließlich.“

Die Trauben auf dem Mühlenberg sind in diesem Jahr relativ klein ausgefallen. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Rebstöcke erst seit vier Jahren gedeihen. „Es ist unser jüngster Weinberg“, sagt Schmidt. Der Leiter des Weinguts rechnet angesichts der für den Wein fast optimalen Witterungsverhältnisse mit einer Rekordernte von um die 25.000 Liter. Allein von den 0,2 Hektar Fläche auf dem Mühlenberg lasen die Mitglieder des Winzervereins am Freitagvormittag in nicht ganz zwei Stunden rund 1,5 Tonnen Ertrag.