WEINGUT SCHLOß RATTEY

Weinlese in Rattey startet mit Ernte der Solaris-Trauben

Unzählige Stare und später Frost haben besonders den Solaris-Trauben des Weingutes in Rattey stark zugesetzt. Eine andere Rebsorte sorgte bei der Ernte jedoch für eine Überraschung.
Robin Peters Robin Peters
Bei der Weinernte halfen auch viele Mitglieder aus dem Verein der Privatwinzer zu Rattey.
Bei der Weinernte halfen auch viele Mitglieder aus dem Verein der Privatwinzer zu Rattey. Robin Peters
Der Leiter des Weingutes, Stefan Schmidt, präsentiert die vollen Rebstöcke der roten Trauben.
Der Leiter des Weingutes, Stefan Schmidt, präsentiert die vollen Rebstöcke der roten Trauben. Robin Peters
Rattey.

Schon am ersten Erntetag ist die Weinlese in Rattey ein Wettlauf mit der Zeit. Denn Hunderte Vögel fallen in dieser Woche sogar über die hellen Solaris-Trauben her. „Die Stare wüten mit einer riesigen Population”, sagt der Leiter des Weingutes Schloß Rattey, Stefan Schmidt. Mit Netzen schütze das Team nämlich nur die roten Trauben – allein diese Maßnahme erfordere 22 Kilometer Spannmaterial. Die weißen Früchte erkennen die Stare laut Schmidt eigentlich wesentlich schlechter aus der Luft. Weil den Vögel aber der Magen knurre, würden sie sich nun selbst über Solaris hermachen. Dabei habe diese Rebsorte gerade erst unter dem Frost im Frühling gelitten. Der Diplom-Oenologe rechnet mit Solaris-Ausfällen von rund 30 Prozent. Das Unglück: Die Rebsorte treibe mitunter schon Ende April aus. Durch den späten Frost seien viele Pflanzen in ihrer Entwicklung zurückgeworfen worden.

Mit der Lese des Roten Regenten wird noch gewartet

Trübsal blasen muss dennoch keiner – auch wenn selbst bei Phoenix nur gleichbleibende Erträge zu erwarten sind. Denn eine andere Rebsorte sorgt in diesem Jahr für eine Überraschung: Die Rebstöcke des Roten Regenten hängen laut Schmidt so voll wie selten. Mit der Ernte für den Rotwein will das Team allerdings noch warten. „Wir möchten die Sonnentage noch ausnutzen”, sagt der Leiter des Weingutes. So schätzt Schmidt die diesjährige Ausbeute trotz aller Widrigkeiten insgesamt auf rund 22.000 Liter Wein – nur etwa 10 Prozent weniger als im vergangenen Rekordjahr.

Größere Sorgen bereitet dem Weinbaufachmann der Mangel an Flaschen: Seit dem Klima-Umdenken in der Gesellschaft rufen Schmidt zufolge auch Brauereien und Mostereien vermehrt nach Glas. Viele Glashütten hätten aber längst zugemacht. Die hohe Nachfrage würden nun auch Winzer zu spüren bekommen – obwohl sie schon immer einzig Glasflaschen verwenden. Knifflig: „Wir sind auf eine bestimmte Flaschen-Form angewiesen, sonst passt es nicht beim Befüllen”, so Schmidt.

„Großes Problem, weil man dadurch nicht planen kann”

Für September wurden dem Weingut neue Flaschen zugesichert – die braucht Schmidt aber allein für die Restbestände in den Tanks aus dem vergangenen Jahr. „Es ist ein großes Problem, weil man dadurch nicht planen kann.” Der Leiter des Weingutes ist aber zuversichtlich, den neuen Wein im März oder April abfüllen zu können.

Noch in dieser Woche will das Team wiederum die Solaris-Ernte abschließen. Die ersten geernteten Trauben werden laut Weingut-Mitarbeiterin Mandy Ebert sofort gepresst – noch während auf dem Weinberg gepflückt wird. Das schafft das Team nur dank ehrenamtlicher Unterstützung vom Verein der Privatwinzer zu Rattey, aus dem am Mittwoch immerhin 18 Helfer im Einsatz sind. „Sie haben in diesem Jahr sehr geholfen – das ist klasse”, so Ebert.

StadtLandKlassik - Konzert in Rattey

zur Homepage