PLAKAT-AKTION

Weisdiner sauer auf die Müll-Sünder der B96

Immer wieder werfen Autofahrer Abfall auf die Straße. So mancher Kaffeebecher landete bereits in Vorgärten. Einer Frau aus Weisdin reicht das jetzt.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Auf der Weisdiner Ortsdurchfahrt der B 96 in Richtung Neustrelitz fällt dieses Plakat auf.
Auf der Weisdiner Ortsdurchfahrt der B 96 in Richtung Neustrelitz fällt dieses Plakat auf. Martina Schwenk
Weisdin.

Hier ein Plastikbecher, da eine Papiertüte. Immer wieder landet Müll einfach achtlos in der Natur. So auch entlang der B96, sehr zum Ärger von Anwohnern der Orte, durch die die Bundesstraße führt. In Weisdin hängt seit Kurzem ein Plakat, das gegen die mutwillige Verschmutzung protestiert. „Nein!“ lautet die einfache, aber deutliche Botschaft.

Initiatorin der privaten Aktion ist Jutta Brandt. Sie fährt fast täglich mit dem Fahrrad von Weisdin nach Neustrelitz. „Dort liegt ständig Müll. Und es wird auch immer mehr.“ Wie viel Abfall auf der rund vier Kilometer langen Strecke zusammenkommt, stellte Brandt im vergangenen Jahr fest. Gemeinsam mit ihrer Tochter packte sie blaue Säcke ein und machte sich auf den Weg. Beginnend in Neustrelitz starteten die beiden eine spontane Müllsammelaktion. Am Ende kamen sie in Weisdin mit vier vollen Säcken an, berichtet Brandt.

Vor allem Fast-Food-Verpackungen landen am Straßenrand

Für sie war klar: Irgendetwas muss getan werden. So kam sie auf die Idee mit dem Plakat. Doch es musste auch so platziert werden, damit es möglichst viele sehen. Also fragte sie Grit Romanowsky, die direkt an der Hauptstraße wohnt. Prompt willigte sie ein, das Transparent an ihren Zaun zu stellen.

Denn nicht nur Jutta Brandt stört der Abfall. „In meinem Vorgarten liegt auch immer wieder Müll von anderen“, berichtet etwa Grit Romanowksys Mutter Christel. Silvia Rybarzcyk wohnt ebenfalls nahe der Hauptstraße und ärgert sich sehr über die durchfahrenden Umweltsünder. „Es ist vor allem schlimm, wenn Eltern da kein Vorbild für ihre Kinder sind. Wir hoffen, dass einige Fahrer durch das Plakat sensibilisiert werden“, sagt Grit Romanowsky. Dem schließt sich die befreundete Familie Anderle ebenfalls an.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Blumenholz, Gerd Schock, befürwortet die Aktion. Ihm würde gerade bei Neustrelitz der Abfall auffallen, vorwiegend von Fast-Food-Verpackungen. „An der B 96 fällt immer wieder Müll aus Autofenstern. Die Leute holen sich was zu essen und wenn sie fertig sind, werfen sie die Verpackungen einfach raus.“ Daher könne er die Aussage des Transparentes nur unterstreichen.

Plakat soll noch eine Weile bleiben

Voraussichtlich wird das Plakat den Autofahrern auf der B 96 noch eine ganze Weile erhalten bleiben. „Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, wie lange das Plakat dort stehen soll. Erst mal ist es wichtig, dass die Leute es sehen“, sagt Brandt. Und gesehen wird es, kann Grit Romanowsky bestätigen. „Wir beobachten vor allem, dass viele Beifahrer gucken.“

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Kommentare (1)

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