SCHLIEßUNG IN NEUSTRELITZ

Welle der Entrüstung nach Aus für beliebten Freizeittreff

Das Ende der DRK-Familienbildungsstätte in Kiefernheide ist beschlossene Sache. Viele Nutzer der Angebote haben erst davon erfahren.
Die DRK-Familienbildungsstätte war bislang im Kiefernheidetreff untergebracht. Nun ist Schluss mit etlichen Kursen, zumin
Die DRK-Familienbildungsstätte war bislang im Kiefernheidetreff untergebracht. Nun ist Schluss mit etlichen Kursen, zumindest an diesem Standort. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Mit Empörung, Enttäuschung und Bestürzung haben viele Kursteilnehmer die Nachricht von der Schließung der DRK-Familienbildungsstätte im Neustrelitzer Stadtteil Kiefernheide aufgenommen. Den Nordkurier erreichten in den vergangenen Tagen etliche Wortmeldungen zum Thema. Die Kurse der Familienbildungsstätte im Kiefernheidetreff wurden mehr oder weniger unvorbereitet vor die Tür gesetzt. Konnten die Angebote zuletzt aufgrund der Beschränkungen zur Corona-Eindämmung nicht stattfinden, so verkündete das Deutsche Rote Kreuz Anfang des Monats nun das gänzliche Aus der Einrichtung. „Wir, die Mitglieder der Seniorentanzgruppe, haben erst durch den Artikel im Nordkurier von der Schließung erfahren“, berichtet etwa Helga Schwandt. Sie kritisiert, dass der Geschäftsleitung des DRK schon seit Januar von den Plänen wisse, es aber nicht für nötig gehalten habe, die Nutzer des Treffs rechtzeitig zu informieren und Alternativen anzubieten. „Diese Art und Weise des Umgangs mit uns Senioren stimmt uns sehr traurig.“

Ein Umzug zieht den nächsten hinterher

Auch Rainer Mitnacht vermisst den Respekt im Umgang miteinander. Von einer Organisation, welche sich Wohlfahrt und Gemeinnutz auf ihre Fahnen geschrieben hat, hätte er mehr erwartet – bei allem Verständnis für die innerbetrieblichen Notwendigkeiten. Das DRK soll die Räume frei ziehen, damit dort künftig der städtische Jugendclub untergebracht werden kann. Dieser wiederum muss aus der benachbarten Kita ausziehen, weil dort der Platz für den Hort gebraucht wird.

Lisa Klähn, die bislang einen Nähkurs im Treff besuchte, hat sich in einem offenen Brief an die DRK-Chefetage gewandt. Sie hebt im Schreiben nochmals hervor, wie viele verschiedene Kurse es gab – Seniorengymnastik, Linedance, Mutter-Kind-Angebote, Frauenfrühstück und einige mehr. „Wir alle werden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt sie. Ohne Vorabinfo und ohne Einbeziehung der Betroffenen werde ein Treffpunkt für viele nützliche soziale Aktivitäten einfach dichtgemacht. Allein 20 Teilnehmer habe etwa die Dienstagstanzgruppe, schildert Gabriele Ehlers, die ebenfalls sehr enttäuscht auf die Schließung reagierte. „Selbst unsere Tanzleiterin, die mehr als zehn Jahre Kurse abgehalten hat, wurde von dieser Entscheidung völlig überrascht“, sagt sie. So gehe man nicht miteinander um, findet die Seniorin.

Begegnungsstätte der Volkssolidarität bleibt

Seitens des DRK hieß es, das Vorgehen sei mit der Stadt abgesprochen. Diese lässt nun aber wissen, dass die Stadt Neustrelitz und die Neuwo als Vermieterin in Sachen Kurs-Kündigungen nicht involviert waren. Auf der Suche nach neuen Räumen habe sich bislang keiner der Kursleiter oder Anbieter an die Stadt um Unterstützung gewandt. „Nach unseren Informationen haben die meisten Kurse neue Räume gefunden“, heißt es aus dem Rathaus. Falls dennoch Bedarf bestehe, so könne mit der Stadtverwaltung das Gespräch gesucht werden. Soweit möglich können Hinweise auf potenzielle Vermieter gegeben werden.

Weiterhin im Kiefernheidetreff ansässig bleibt zudem die Begegnungsstätte der Volkssolidarität. Man habe im gleichen Objekt ein Domizil und bleibe nach wie vor den Senioren erhalten, heißt es von Volkssolidarität.

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