WELTRAUM-FORSCHUNG

Wenig Zeit für Chinas Mond-Expedition

Die bahnbrechende Mission auf dem Mond wird auch von den Forschern des DLR in Neustrelitz mit großem Interesse verfolgt. Doch beteiligt ist die Einrichtung daran nicht. Ein anderes Vorhaben soll zügig über die Bühne gehen.
Robin Peters Robin Peters
In Neustrelitz soll in diesem Jahr ein wichtiges Weltraum-Projekt umgesetzt werden.
In Neustrelitz soll in diesem Jahr ein wichtiges Weltraum-Projekt umgesetzt werden. Robin Peters
Neustrelitz.

Den Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Neustrelitz bleibt in diesem Frühjahr kaum Zeit, Chinas bahnbrechender Expedition auf die dunkle Seite des Mondes nachzuspüren. Aktiv beteiligt sich das DLR an der Mission nämlich nicht: „China ist eine der führenden Nationen in der Raumfahrt – die können alles selber“, sagt Klaus-Dieter Mißling, Datenmanager im DLR. Dennoch: „Wir verfolgen Chinas Mission natürlich“, ergänzt Albrecht Weidermann, Leiter der DLR-Schullabors („School Lab“).

An den Chinesen komme schließlich keiner in der Raumfahrt vorbei. Außerdem spiele der Mond noch immer eine große Rolle in der Weltraum-Forschung. Vorstellbar sei mitunter eine künftige Zwischenstation auf dem Himmelskörper für weite Flüge ins All. „Viele Innovationen kommen erst nach so einer Mission.“ Und der Trend gehe wieder Richtung Mond.

Erstes DLR-Institut soll in Neustrelitz entstehen

Die Mitarbeiter des DLR sind in diesem Jahr ohnehin mit einem gänzlich anderen Projekt ausgelastet: Denn in Neustrelitz soll Mißling zufolge zügig das erste DLR-Institut in Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Bisher habe sich der Standort in der Residenzstadt nur aus kleinen Enklaven anderer Einrichtungen zusammengesetzt. Das neue Institut solle künftig die Ionosphäre der Erde – und damit das Weltraum-Wetter – näher untersuchen. So könne das DLR maßgeblich zur Flugsicherheit beitragen. Piloten würden durch regelmäßig bereitgestellte Informationen ihre Flugroute sicherer festlegen können.

Mit diesem Teil der Atmosphäre kenne sich das DLR-Team bereits bestens aus: „Unsere Wissenschaftler haben sich mit der Ionosphäre jahrelang beschäftigt und zahlreiche Messdaten erhoben“, sagt Mißling. Der Name für das neue Institut stehe jedoch noch nicht fest. Auch an der exakten Ausrichtung werde noch gefeilt. Klar ist laut einer Mitteilung wiederum, dass der Bund das Projekt jährlich mit sechs Millionen Euro unterstützen wird.

Kleines Jubiläum

„Ich hoffe, dass die Gründung noch in diesem Jahr über die Bühne geht“, sagt Mißling. Zwar würden bauliche Maßnahmen vermutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Doch: „Es ist davon auszugehen, dass dadurch neue Arbeitsplätze entstehen.“

Darüber hinaus feiert das DLR in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: Denn im Oktober 1969 ist in Neustrelitz das erste Mal routinemäßig ein Satelliten-Signal empfangen worden – vom Interkosmos 1. Ebenso hat vor genau 50 Jahren die erste Mondlandung der Amerikaner stattgefunden. So dreht sich laut DLR-Schullabor-Leiter Albrecht Weidermann auf dem Raumfahrt-Jugendtag im November dieses Jahres natürlich alles um den Mond – wobei die Expedition der Chinesen nicht außer Acht gelassen werde. Schließlich hatte die schon lange mit den Chinesen kooperierende Einrichtung sogar einmal einen Taikonauten zu Gast.

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