Ab der zweiten Jahreshälfte 2023 ist hier auf dem Neustrelitzer Schlossberg zunächst die Sicherung und Beräumun
Ab der zweiten Jahreshälfte 2023 ist hier auf dem Neustrelitzer Schlossberg zunächst die Sicherung und Beräumung des Schlosskellers geplant (Archivbild). Tobias Lemke/Archiv
Stadtentwicklung

Wer kümmert sich künftig um den Schlossturm in Neustrelitz?

Der Neustrelitzer Bürgermeister warb im Ausschuss für Kultur und Tourismus darum, sich Gedanken zur Bewirtschaftung des Schlossturms zu machen.
Neustrelitz

Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) hat den überraschenden Vorschlag, wonach der Schlossturm künftig auf Vereinsbasis bewirtschaftet werden könnte, in dieser Woche verteidigt. Unter anderem sei vom Finanzausschuss-Vorsitzenden eine Idee zur Bewirtschaftung gefordert worden. Antworten sollten jetzt und nicht erst in fünf Jahren gegeben werden, erklärte Grund im Ausschuss für Kultur und Tourismus, wo in dieser Woche eine entsprechende Vorlage erstmals besprochen wurde.

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Erst mal wird nur diskutiert und nichts beschlossen

Allerdings soll der vorgelegte Beschlussvorschlag zunächst nur als Information gewertet werden und als Diskussionsvorlage dienen. Eine finale Entscheidung dazu wird es also kurzfristig noch nicht geben. Im Beschluss heißt es, dass Bürgermeister und Schlossareal-Beirat beauftragt werden sollen, für die Bewirtschaftung von Schlosskeller und Schlossturm ein Vereinsmodell zu entwickeln und Gespräche mit dem Residenzschlossverein zu führen. „Ich habe mich über ein erstes positives Signal vom Residenzschlossverein gefreut“, erklärte Grund. Die Vorsitzende des Residenzschlossvereins, Angelika Groh, erklärte jüngst, dass für ein detailliertes Betreibermodell die Zeit zwar noch nicht heran sei, man sich grundsätzlich aber einbringen werde.

Es gehe darum, Bürger-Engagement einzufordern und einzuwerben, ohne jedoch zu überfordern, sagte Grund. Die Stadt brauche Menschen, die sich vorstellen können, den Besucherservice zu ermöglichen. Was die technischen und grundstücksbezogenen Kosten betrifft, so werden diese übernommen. 150 000 Euro wolle die Stadt dafür pro Jahr beisteuern, präzisierte der Bürgermeister diesen Punkt. Insgesamt 6,6 Millionen Euro wurden an Fördermittel von Bund und Land für den Bau zugesichert. Bei 400 000 bis 500 000 Euro liege der Eigenanteil der Stadt.

Kowarik: Müssen mit offenen Karten spielen

Ausschussmitglied Thomas Kowarik (parteilos) warb hinsichtlich der Baukosten darum, mit offenen Karten zu spielen. „Die Fördermittel sind gedeckelt und angesichts der Entwicklung der Baupreise sollten wir ehrlich sein und sagen, dass da noch was dazukommen kann“, sagte Kowarik. Er sprach sich auch dafür aus, das Kulturquartier – immerhin in räumlicher und inhaltlicher Nähe zum künftigen Schlossturm – für eine mögliche Bewirtschaftung nicht aus den Augen zu verlieren.

Ernst August von der Wense (CDU), der sich anfänglich vom Vorstoß in Richtung Vereinsmodell überrascht zeigte, kann mittlerweile gut mit dem Papier als Informationsvorlage leben. Um die Bewirtschaftung müsse man sich Gedanken machen. Auf dem Tisch liege nun eine Idee, vielleicht gebe es noch andere. „Wir werden uns das Thema auch in den Beirat holen und im März oder April intensiv besprechen“, erklärt von der Wense, der auch Sprecher des Schlossareal-Beirats ist. Zudem werde sicherlich bei der Schlossbergkonferenz am 29. Januar über das Thema diskutiert.

 

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