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Wer zahlt für Schäden in der Schloßstraße?

Schwierige Situation: Um das Haus Schloßstraße 14 ist es nicht gut bestellt. Nach starken Regenfällen im vergangenen September haben sich Risse im Mauerwerk verstärkt. Das Gebäude war aber auch schon zuvor in einem schlechten Zustand.
Schwierige Situation: Um das Haus Schloßstraße 14 ist es nicht gut bestellt. Nach starken Regenfällen im vergangenen September haben sich Risse im Mauerwerk verstärkt. Das Gebäude war aber auch schon zuvor in einem schlechten Zustand.
Marlies Steffen

Das Szenario dürfte noch gut in Erinnerung sein. Dauerregen in Neustrelitz, in der Schloßstraße ist an einem Haus Gefahr im Verzug. Es muss evakuiert werden. Monate später ist die Angelegenheit noch nicht aus der Welt geräumt. Und es sind immer noch Fragen offen.

Was anfangen mit einem Haus, das sich in keinem guten Zustand befindet? Und das weiteren Schaden genommen hat, nachdem es wie aus Eimern goss. Der Neustrelitzer Gunter Kluge zuckt die Schultern. Abwarten bis Juli, danach sehen wir weiter, sagt der Mann und wirkt dabei sehr gelassen. Kluge gehört das Haus in der Schloßstraße 14 seit einigen Jahren. Das Wochenende Mitte September des vergangenen Jahres wird er wohl nicht vergessen. Sein Haus musste vorsorglich evakuiert werden. Der starke Regen, der an diesen beiden Tagen niederging, drohte das Gebäude zu unterspülen. Man musste befürchten, dass es einstürzt.

Zu dem Zeitpunkt des Starkregens befand sich unmittelbar neben Kluges Haus eine Baustellengrube. Sie war Bestandteil der Arbeiten am künftigen Kulturquartier in der Alten Post. Bauherr ist die Stadt Neustrelitz. Die ließ die Baugrube unverzüglich zuschütten. Die beiden Bewohner konnten einen Tag später wieder in ihr Haus zurück. Einsturzgefahr bestand dann doch nicht. Aber dafür hatte das Haus dann neue Risse.

Gunter Kluge hat sich nach dem Vorfall einen Rechtsanwalt genommen. Er möchte einen Ersatz für die am Haus entstandenen Schäden. Wie hoch die aber sind und wie genau sie angesichts der schon vorhandenen Schädigungen bemessen werden sollen, das vermag bislang überhaupt keiner zu beurteilen.

Rathaus bestätigt: Schäden haben sich verstärkt

Rathaussprecherin Petra Ludewig bestätigte dem Nordkurier, dass sich an der Schloßstraße 14 die Schäden verstärkt haben. Berechtigte Schadensersatzforderungen des Grundstückseigentürmers sollen auch ausgeglichen werden. Wann und wie viel Geld der Mann schließlich erhält und ob es vielleicht eine ganz andere Lösung gibt, das steht allerdings noch nicht fest. 

Ein abschließendes Gutachten wird erst nach dem Abschluss sämtlicher Arbeiten angefertigt. Das wird nicht vor dem Sommer sein. Wie die Rathaussprecherin dem Nordkurier auch sagte, ist bereits ein Baustofflabor für die Untersuchung verpflichtet.

Was die Ursache angeht, ist die Stadt zudem der Meinung, dass der Starkregen als außergewöhnliches Witterungsereignis die  Schäden am Nachbargrundstück verursacht hat. Eine falsche Einschätzung der Baugrundverhältnisse habe nicht vorgelegen, heißt es.

Ob und wann das Haus saniert werden soll, ist derzeit ungeklärt. Es handelt sich nicht um ein Einzeldenkmal, sodass auch ein Abriss möglich sein müsste.