Tourismus
Wesenbergs Hafen geht langsam unter

Von den Liegeplätzen im Wesenberger Stadthafen können bis zu 60 Prozent nicht mehr genutzt werden, weil der Hafen mehr und mehr verlandet. 
Von den Liegeplätzen im Wesenberger Stadthafen können bis zu 60 Prozent nicht mehr genutzt werden, weil der Hafen mehr und mehr verlandet.
Heike Sommer

Vor Wesenberg drohen immer häufiger Hausboote auf Grund zu laufen. Nun soll der Hafen ausgebaggert werden. Schließlich ist er eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt.

Die niedrigen Wasserstände im vergangenen Sommer haben das Problem im Stadthafen von Wesenberg verschärft: Immer weniger Hausboote können hier anlegen. Gerade mal noch 60 Prozent – eher weniger – der Plätze seien noch zu nutzen, so die Auskunft von Bürgermeister Helmut Hamp. Bei allen anderen besteht die Gefahr, dass die Boote auf Grund laufen. Denn die Woblitz verlandet mit den Jahren mehr und mehr.

Nun will die Kommune gegensteuern, wie auf der jüngsten Stadtvertretersitzung deutlich wurde. Schließlich ist der Hafen auch eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt, die man nicht einfach versiegen lassen darf. Im vergangenen Sommer habe man wegen des niedrigen Pegels und der nicht zu nutzenden Anliegeplätze schätzungsweise 10 000 Euro weniger Einnahmen gehabt, so Helmut Hamp.

Zunächst müssen Sedimente untersucht werden

Die Ablagerungen, die durch die Strömung der Havel angeschwemmt werden, sollen so schnell wie möglich ausgebaggert werden. Dafür will die Stadt auch Geld in die Hand nehmen. Nach ersten Einschätzungen sei mit einem Aushub von bis zu 1200 Kubikmetern zu rechnen. Das würde rund 51 000 Euro kosten, so Bürgermeister Helmut Hamp. Doch ohne vorherige Sedimentuntersuchung können die Arbeiten nicht beginnen. „Wir sind zur Beprobung verpflichtet“, macht das Stadtoberhaupt deutlich. Denn es müsse ausgeschlossen werden, dass der Aushub mit Schadstoffen belastet ist. „Davon ist nicht auszugehen“, hofft Hamp.

Je nach Untersuchungsergebnis entscheidet schließlich der Landkreis, ob und wie der ausgebaggerte Boden gelagert oder entsorgt wird. Über die Folgekosten herrsche Unklarheit. Die Sedimentuntersuchung soll klären, ob der Aushub einfach auf dem Acker aufgebracht werden kann, auf einer Fläche gelagert oder als Sondermüll behandelt werden muss. Dementsprechend gestalten sich die Kosten. Die Stadt will die Untersuchung nicht nur für den Stadthafen in Auftrag geben, sondern auch am Labussee, der Eigentum der Stadt ist, angespülte Sedimente prüfen lassen. Auch hier haben Anlieger – der Familienpark am Labussee – zunehmend Problem, Boote ankern zu lassen. „Wir als Eigentümer sind für die Verkehrssicherheit zuständig“, sagt Hamp.

Untersuchung kostet um die 4000 Euro

Die Gesamtkosten für die Probeentnahme und die Untersuchung belaufen sich auf knapp 4000 Euro. Dafür stellt die Stadt nun das Geld zur Verfügung, wie die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung beschlossen.

Ohnehin ist eine Modernisierung des Stadthafens seit einiger Zeit im Gespräch. So sind ein Ersatzneubau und die Erweiterung der Steganlage im Stadthafen sowie die Errichtung eines Sanitärgebäudes für Wasserwanderer in Planung. Die Stadt hofft, dass für das Vorhaben Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.