Hygieneärztin Dr. Uta Hinz, Hygienefachkraft Marion Kniehase und Notfallärztin Wiebke Poltier (von links) haben im E
Hygieneärztin Dr. Uta Hinz, Hygienefachkraft Marion Kniehase und Notfallärztin Wiebke Poltier (von links) haben im Eingangsbereich des Krankenhauses ein Stoppschild aufgestellt. Wer befürchtet, den Coronavirus zu haben, muss den Nebeneingang benutzen. Susanne Böhm
Infektionen

▶ Wie das Neustrelitzer Krankenhaus auf Corona-Patienten vorbereitet ist

Schon vor dem Betreten des Neustrelitzer Krankenhauses werden Corona-Verdachtspatienten abgesondert und durch einen Nebeneingang geschleust.
Neustrelitz

Im Krankenhaus in Neustrelitz ist alles auf das Eintreffen von Corona-Patienten vorbereitet. Bisher wurde in der DRK-Einrichtung noch kein infizierter Patient behandelt, doch dass das Virus über kurz oder lang auch in Neustrelitz ankommt, „können wir nicht ausschließen“, sagte Hygieneärztin Dr. Uta Hinz. „Die Ferien sind zu Ende, viele kommen aus Italien zurück.“ Zusammen mit Wiebke Poltier, leitende Ärztin in der Notfallambulanz, und Hygienefachkraft Marion Kniehase hat die Oberärztin einige Vorkehrungen getroffen.

Bereits vor dem Eingang werden Verdachtspatienten von anderen Patienten, Personal und Besuchern getrennt. Mehrere Stopp-Schilder im Eingangsbereich bremsen Notfallpatienten aus. „Wenn Sie von einer Auslandsreise zurückgekommen sind und Fieber, Husten, Atemnot haben, nutzen Sie bitte die Klingel der Notfallambulanz außerhalb unseres Haupteingangs“, ist darauf zu lesen. Links neben dem Haupteingang befindet sich eine kleinere Tür mit einer Klingel. Diese sollen alle betätigen, die befürchten, sich angesteckt zu haben. Wenn sich die Tür öffnet, gelangen die Patienten zunächst in eine Schleuse mit drei Sitzplätzen. Durch eine weitere Tür kommen dann Wiebke Poltier oder ein anderer mit einem Mundschutz geschützter Mediziner dazu und überreichen dem Patienten ebenfalls einen Mundschutz. Nachdem der Patient ein Formular mit persönlichen Daten ausgefüllt hat, wird er weitergeschleust in einen speziellen Isolationsraum mit Schleusen, wo er von Ärzten untersucht und behandelt wird, die sich selbst akribisch vor Ansteckung schützen. Filmreife Szenen, die der Sicherheit dienen.

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Empfehlung: Erst mal telefonisch um Rat fragen

Sollte sich herausstellen, dass der Patient tatsächlich das Virus hat, gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn er so krank ist, dass er im Krankenhaus bleiben muss, wird er dort isoliert. Zehn Patienten können im Isolierbereich untergebracht werden. Geht es dem Patienten relativ gut, wird er bei sich zu Hause unter Aufsicht des Gesundheitsamts isoliert. Ganz wichtig: Bevor sich jemand mit Corona-Verdacht ins Krankenhaus begibt, muss er sich telefonisch anmelden, damit das Personal vorbereitet ist. Anmeldungen nimmt das Krankenhaus Neustrelitz entgegen unter der Telefonnummer 03981 2680 oder das Bürgertelefon des Landesamts für Gesundheit unter 030 346465100. Unter beiden Nummern sollte man auch anrufen, wenn man sich unsicher fühlt und erst mal nur Informationen braucht.

„Im Krankenhaus sollten nur Kranke behandelt werden”

Niemand müsse persönlich vorbeikommen, wenn er zunächst nur Fragen loswerden möchte, betont Wiebke Poltier. Aktuell würden sich bei Hausärzten und im Krankenhaus Anfragen häufen. „Viele kommen spontan und fragen, ob ihr Urlaubsland Risikogebiet ist, ob sie gefährdet sind und Ähnliches“, sagt die Notfallärztin. Dazu kämen vom Robert-Koch-Institut täglich neue Informationen über den aktuellen Stand der Ausbreitung. „Das strapaziert. Vieles kann man am Telefon klären. Im Krankenhaus sollten nur Kranke behandelt werden“, erklärt Uta Hinz.

Sie rät allen Menschen, ruhig zu bleiben. „Wir sind in der Grippezeit. Nicht jeder Husten ist der Coronavirus.“ Marion Kniehase hat einfache Tipps parat, wie sich Ansteckung vermeiden lässt. „Jedes Mal, wenn man draußen war, die Hände mit Seife waschen. Desinfektionsmittel sind nicht unbedingt notwendig. Niemandem die Hand geben. Immer überlegen, ob öffentliche Türklinken oder Treppengeländer unbedingt angefasst werden müssen. Niesen und Husten ausschließlich in die Armbeuge, nicht in die Hand.“ Im Eingangsbereich des Krankenhauses befindet sich ein Desinfektionsapparat, dessen Gebrauch jedem Besucher anzuraten sei.

Nach Einschätzung von Uta Hinz ist das Neustrelitzer Krankenhaus „gut aufgestellt vom Fachwissen des Personals her“. Die Kapazität des kleinen Krankenhauses sei jedoch begrenzt. Sollten die Isolierbetten knapp werden, kämen die Patienten in Krankenhäuser in Rostock oder anderen großen Städten.

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