Beute am Boot

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Wie Polizei und Experten Motor-Dieben das Handwerk legen

In Neustrelitz und Umgebung wurden kürzlich vermehrt Bootsschuppen aufgebrochen.
In Neustrelitz und Umgebung wurden kürzlich vermehrt Bootsschuppen aufgebrochen.
Robin Peters

Bootsmotoren werden im Strelitzer Land immer wieder gestohlen. Doch Bootsexperten kennen einige Tricks gegen Diebe.

Neun Fälle von Bootskriminalität sind laut Polizei in Neustrelitz und Umgebung in diesem Jahr schon angezeigt worden. Aufgelistet wird in dieser Statistik nicht nur ein großer Diebstahl von mehreren Motoren – wie kürzlich in Klein Quassow – sondern auch das Entwenden von Zubehör oder das Aufbrechen von Bootsschuppen. 2017 hat es noch zwölf Angriffe gegeben – allerdings im gesamten Jahr.

Die Verbrecher werden offenbar immer erfolgreicher. Denn neun wertvolle Motoren wurden bis Ende August in Neustrelitz und Umgebung gestohlen. Im ganzen letzten Jahr waren es nur fünf. Da sich das Strelitzer Land über viele Seen erstreckt, rechne die Polizei hier tendenziell mit mehr Diebstählen als in anderen Gebieten.

Und: Auch im Winter werde laut Polizei in die Schuppen eingebrochen. Neben Schlössern für die Bootsschuppen und Seilen für die Motoren schütze ebenso eine Codierung. Diese Gravur schrecke der Polizei zufolge viele Verbrecher ab. Möglich ist das etwa am 13. September zwischen 10 bis 15 Uhr in der Wesenberger Marina.

Sicherungsbolzen machen es Dieben schwer

Mathias Gustävel von Bootec in Wustrow hat noch einen einfachen Tipp für Bootsfahrer: „Nehmt die Motorhaube ab!“ Dann sei der Bootsmotor unvollständig und die Diebe würden das Interesse daran verlieren. Die Maschine könne einfach mit einer Plane vor schlechtem Wetter geschützt werden. Diese Sicherheitsmaßnahme treffe Gustävel auch auf seinem eigenen Gelände in Wustrow.

Außerdem empfiehlt er zwei Sicherungsbolzen montieren zu lassen. Das sei zwar mit höheren Kosten verbunden. Doch wenn es die Diebe eilig hätten, würden sie gegen diese Sicherung nicht ankommen.

Oft handele es sich um Auftragsdiebstahl

Jens Rick vom Bootsservice Rick und Rick in Mirow ist froh, dass seine Kunden von der Diebstahl-Welle bisher nicht betroffen sind. Es gebe zwar verschiedene Schlösser zum Schutz. Doch: „Wenn die Einbrecher den Motor haben wollen, bekommen sie ihn meist auch“, sagt Rick. Die Diebe würden nicht zufällig vorgehen. Oft handele es sich um Auftragsdiebstahl.

Innerhalb von nur zwei Wochen wurden in der Feldberger Seenlandschaft und Klein Quassow kürzlich Bootsschuppen aufgebrochen. Unter anderem wurden vier Außenbord-Motoren in Wert von insgesamt rund 25 000 Euro gestohlen.