Auch Kinder sollen den Umgang mit Finanzen lernen. Dabei hilft das Taschengeld (Symbolfoto).
Auch Kinder sollen den Umgang mit Finanzen lernen. Dabei hilft das Taschengeld (Symbolfoto). Katy Spichal
Die Grafik zeigt die empfohlene Höhe des Taschengeldes für Kinder.
Die Grafik zeigt die empfohlene Höhe des Taschengeldes für Kinder. ZVG/Nk-Grafik
Kinder

Wie viel Taschengeld darf es sein? – Tipps von Beratern aus der Seenplatte

Steigende Verbraucherpreise sind die Folge der Inflation. Beim Taschengeld der Kinder sollte nun nicht gespart werden, raten die Experten.
Neustrelitz

Auch Kinder leiden unter der Inflation. Wenn die Eltern für Lebensmittel, Sprit und Heizöl tiefer in die Tasche greifen müssen, kann das Taschengeld für die Lütten auf der Strecke bleiben oder geringer ausfallen.

Tipp: Taschengeld nicht an Bedingungen knüpfen

Aber beim Nachwuchs sollte nicht gespart werden und auch das Taschengeld sollte nicht an Bedingungen geknüpft sein. Taschengeld sollte eine freie Zahlung bleiben und nicht für pädagogische Sanktionsmaßnahmen wie für die Erziehung missbraucht werden. „Die Taschengeldzahlung sollte regelmäßig und verbindlich erfolgen“, meint Nicolas Mantseris von der Caritas Schuldnerberatung in Neubrandenburg. Eine Orientierung gibt die Taschengeldtabelle 2021 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Diese enthält Empfehlungen für bestimmte Altersgruppen.

Fußballsammelkarten, Leinwände und Kunstmaterialien

Vier-bis Fünfjährige sollen ein bis zwei Euro pro Woche erhalten, Sechs-bis Siebenjährige zwei bis drei Euro, und Acht- bis Neunjährige drei bis vier Euro. Mit den Jahren sollte das Taschengeld den Bedürfnissen des Kindes entsprechend gesteigert werden. Zehn- bis Elfjährige erhalten 16 bis 18 Euro pro Monat, Zwölf- bis Dreizehnjährige 22 bis 25 Euro und Vierzehn-bis Fünfzehnjährige 30 bis 35 Euro pro Monat. Bei den Teenies zwischen 16 und 17 Jahren darf es dann noch mal etwas mehr sein. Sie bekommen zwischen 45 bis 55 Euro im Monat und die 18-jährigen dürfen sich über 75 Euro im Monat freuen. Pepe (9 Jahre) aus Neustrelitz wünscht sich mehr Taschengeld. Er ist Fußballfan und möchte sich noch mehr Fußballsammelkarten kaufen. Mia (11 Jahre) aus Neustrelitz spart ihr Taschengeld für Leinwände und Kunstmaterialien. „Im Moment male ich am liebsten Animes“, verrät sie.

Beratungsstelle wurde überrannt

Mantseris berichtet aus seinem Beratungsalltag, dass finanziell schlecht gestellte Eltern trotzdem möchten, dass es ihren Kindern gut geht. Sie sparen lieber an einer Winterjacke für sich selber oder gehen zur Tafel, als dass das Kind unter der Geldknappheit leiden muss. „Gibt es finanzielle Probleme in der Familie, sollten Eltern mit den Kindern offen darüber sprechen“, empfiehlt Mantseris.

Die Insolvenzanträge seien seit Ende des Jahres 2020 gestiegen, da sich die Restschuldbefreiung aufgrund der Änderung der Insolvenzregeln von sechs auf drei Jahre verkürzt hat. „Im Laufe des Jahres wurde unsere Beratungsstelle vollständig überrannt“, so Mantseris. Für die Familien, die in die Erziehungsberatungsstelle Neustrelitz kommen, war der Kinobesuch oder der Eintritt in ein Freizeitbad schon vorher wahnsinnig teuer. „Anfang nächsten Jahres wird sich die Situation noch einmal verschärfen, da viele Familien aufgrund der gestiegenen Energiepreise dann höhere Nebenkostenabrechnungen erwarten“, so Alexander Müller von der Erziehungsberatungsstelle der Caritas.

Dennoch: Taschengeld ist wichtig. Immerhin lernen Kinder damit den verantwortungsvollen Umgang mit Geld, heißt es von den Familien- und Sozialberatern.

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