250 GERANIEN

Wieso das Neustrelitzer Rathaus so tollen Blumenschmuck hat

Die Hausmeister müssen ihre Fleißarbeit genau planen. Denn alle Blumen an der Fassade und auf dem Hof zu gießen, dauert satte zwei Stunden.
Robin Peters Robin Peters
Rund 250 Pflanzen müssen die Hausmeister pflegen.
Rund 250 Pflanzen müssen die Hausmeister pflegen. Robin Peters
Neustrelitz.

Selbst im kühlen November haben die roten Geranien am Rathaus wenig von ihrer leuchtenden Strahlkraft verloren. „In diesem Jahr glänzen die Blumen sogar noch schöner als im letzten“, sagt Frank Kniehase. Die alljährliche Augenweide ist für den Hausmeister jedoch mit harter Arbeit verbunden: Denn nicht weniger als 250 Blumen umsorgt Kniehase mit seinem Kollegen Bernd Dojahn am Rathaus und Stadthaus.

Längst Pflege-Routine

Im viel besuchten Rathaus muss die zweistündige Pflege-Routine genau geplant werden: Die unteren Fensterbänke und die Blumen im Rathaushof erreiche Kniehase zwar problemlos mit einer Leiter. Doch um die zahlreichen Geranien im Obergeschoss zu gießen, durchlaufe Kniehase nahezu jedes Büro. Die Lösung: „Ich fange bereits Dreiviertelsechs an, bevor die Mitarbeiter ins Rathaus kommen.“ Die Bayerischen Hängegeranien dürsten nach intensiver Pflege. Mindestens zweimal die Woche bewässere Kniehase die große Blumen-Armada. Regelmäßiges Düngen runde die sorgfältige Dauer-Betreuung ab. So hat es nicht einmal die sengende Sonne des Jahrhundertsommers in diesem Jahr geschafft, auch nur eine rote Geranie zu zerstören.

Die roten Prachtgewächse haben sich schließlich über Jahrzehnte hinweg bewährt: Selbst auf Bildern aus der Nachkriegszeit hätten bereits Geranien das Rathaus geschmückt, erinnert sich Kniehase. Die Hängepflanzen hätten aber auch einen großen Vorteil gegenüber anderen Blühern: Die vertrockneten Blüten fallen bei dieser Sorte ganz von alleine ab.

Bald müssen die Pflanzen abgeräumt werden

Trotz der kurzen Sonnen-Rückkehr zur Herbstmitte ist die Zeit der prächtigen Gewächse bald abgelaufen: „Zum Winter werden die Pflanzen entsorgt“, sagt Kniehase. Der Hausmeister rechnet nur noch mit wenigen Tagen Blütezeit. Aus den Pflanzenresten werde dann frischer Humus gemacht. Die Geranien aufwendig zurückzuschneiden und im Keller überwintern zu lassen, könnten die Hausmeister zu zweit nicht leisten. So pflanze Kniehase nach den Eisheiligen neue Geranien vom Lieferanten.

Hausmeister Frank Kniehase achte nun seit fünf Jahren auf Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Rathaus. Sein Kollege Bernd Dojahn habe ihm damals alle nötigen Kniffe beigebracht. Früher habe Kniehase als Kfz-Mechaniker gearbeitet – der 56-Jährige blickt jedoch zufrieden auf seine neue Verantwortung: „Ich wollte einfach mal etwas ganz anderes machen“, sagt Kniehase.

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