Die Grundschule Regenbogen in Mirow verliert nach den Sommerferien nach zwei Jahren Kampf eine unterstützende pädago
Die Grundschule Regenbogen in Mirow verliert nach den Sommerferien nach zwei Jahren Kampf eine unterstützende pädagogische Fachkraft (UPF). Archiv
Schule

Wieso Eltern in Mirow jetzt Unterschriften für eine Pädagogin sammeln

Seit zwei Jahren steht die Zukunft einer Fachkraft in Mirow auf wackligen Beinen. An der Grundschule wird sie gebraucht, aber nun wird sie versetzt.
Mirow

Lehrer sowie unterstützende pädagogische Fachkräfte fehlen an vielen schulischen Einrichtungen. Das ist auch in der Region Mecklenburg-Strelitz der Fall. Erst kürzlich klagten Eltern der Grundschule Sandberg in Neustrelitz über einen erheblichen Lehrermangel. Und in Mirow gibt es bereits seit mehreren Jahren Gerangel um Jeanine Ullrich, eine unterstützende pädagogische Fachkraft, kurz UPF genannt. Ihre Versetzung an eine Neustrelitzer Einrichtung nach den Sommerferien ist jetzt amtlich.

Die Eltern reagieren emotional und wollen das Ruder mit einer Unterschriftenaktion noch herumreißen. „Bis heute bleibt jede nachvollziehbare Erklärung seitens des Schulamtes aus“, sagt Christin Wittwer, die selbst als Elternteil betroffen ist und Mitinitiatorin der aktuellen Unterschriftenaktion ist. „Die UPF ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Kollegiums. Sie ist als Streitschlichter, Problem-Löser, Organisator von Klassenräten und für viele organisatorische Dinge nicht mehr wegzudenken“, so Wittwer.

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Listen liegen überall in der Stadt aus

Im Stadtgebiet von Mirow liegen nun die ersten Unterschriftenlisten aus. Alle Eltern, Kinder, Mitarbeiter der Schule und der Schulverein sind für die Erhaltung des Arbeitsplatzes in der Grundschule Regenbogen. „Mir fällt es auch sehr schwer, hier wegzugehen. Ich habe immer in Mirow gewohnt und gearbeitet“, sagt Jeanine Ullrich.„Schade, dass es diese Stellen für kleine Schulen nicht gibt, sondern nur für Brennpunktschulen. Ich finde, die Stelle wird hier in Mirow gebraucht. Lehrkräfte können diese zusätzliche Arbeit nicht leisten. Hätte ich das mit der Versetzung vorher gewusst, weiß ich nicht, ob ich die Stelle angetreten hätte, weil ich mein festes Arbeitsverhältnis gekündigt habe, um in den öffentlichen Dienst zu wechseln“, so Ullrich.

Viele der jetzigen Schulkinder in der Grundschule „Regenbogen“ und deren Eltern kannten sie bereits aus ihrer vorherigen festen Anstellung im Familienzentrum, wo sie neun Jahre beschäftigt war. Die Kinder kamen zu ihr auch schon in die Krabbelgruppe. Sie ist in Mirow sesshaft und habe die Anstellung als unterstützende pädagogische Fachkraft in Mirow bewusst gewählt. Seit April 2020 ist sie mittlerweile ein wichtiges Bindeglied zwischen Lehrern, Eltern und Schülern.

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Schon vier Wochen nach Arbeitsbeginn kam die Versetzung

Bereits vier Wochen nach Neuanstellung in Mirow sollte Jeanine Ullrich bereits schon einmal versetzt werden. Für Ullrich war das ein Schock, da sie ja in Mirow bleiben wollte. Die Vorsitzende des Schulvereins, Julia Berdermann, wandte sich damals mit einem Schreiben an den Leiter des Staatlichen Schulamtes Neubrandenburg, Rüdiger Krohn. Denn weder die Schülerzahlen hatten sich in den vier Wochen geändert, noch war der Bedarf vor Ort ein anderer. Auch beim Mirower Bürgermeister Henry Tesch und beim Amtsvorsteher Heiko Kruse suchte sie Unterstützung. Diese nahmen das Thema auf die nächste Tagesordnung des Amtsausschusses.

Ausschuss sprach sich für Erhalt der Stelle aus

Das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte ist Träger der Grundschule. Einstimmig sprach man sich für die Stelle der pädagogischen Fachkraft aus. Zu einem Termin mit dem Schulamt kam es jedoch nicht. So durfte Ullrich vorerst bleiben.

Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sei der Schulalltag schwieriger geworden. „Genau in dieser Situation die Fachkraft abzuziehen, sei der falsche Weg“, sagt Amtsvorsteher Kruse. Der Neustrelitzer Bildungseinrichtung sei bei der ganzen Geschichte übrigens kein Vorwurf zu machen, so Kruse. Mit Sicherheit werde auch dort eine Fachkraft dringend benötigt. „Die richtige Lösung wäre doch die Neuschaffung einer Stelle, sodass beide Schulen über eine Zusatzkraft verfügen“, fordert er.

 

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