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Streu-Einsatz

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Winterdienst im Sommer unterwegs

Auf der B 198 rückte der Winterdienst im Sommer aus (Symbolfoto).
Auf der B 198 rückte der Winterdienst im Sommer aus (Symbolfoto).
Daniel Karmann

Tut es wirklich not, im Sommer die Straßen mit Salz zu bestreuen? Ein Neustrelitzer Autofahrer glaubte, seinen Augen nicht zu trauen.

Verkehrte Welt, so dachte Andreas Meyer, als er bei hochsommerlichen Temperaturen auf der B 198 hinter einem Streufahrzeug herfuhr. „Es war absolut nicht glatt“, sagte er scherzhaft. Dennoch war es für ihn unbegreiflich, was da am Mittwoch auf der Bundesstraße zwischen Neustrelitz und Carpin passierte. Er wollte sich vergewissern und rief in der Neustrelitzer Nordkurier-Redaktion an. Auch hier wollte man kaum glauben, was der Neustrelitzer erzählte. „Das hat alles seine Richtigkeit“, hieß es auf Nachfrage im Straßenbauamt. Es handelte sich um eine Testfahrt. „Sie fand in Vorbereitung auf den kommenden Winter statt“, sagte Tom Ahrenhövel, der im Amt für die Straßenmeistereien zuständig ist.

Wiederholt Testfahrten unternommen

Die Fahrt habe zehn Minuten gedauert und es sei tatsächlich Salz gestreut worden. „Das musste sein. Denn mit der Fahrt wurde das Datenerfassungssystem für die Streufahrzeuge geprüft. Das ist nur auf einer längeren Strecke möglich. Sonst hätten wir das auch auf unserem Dienstgelände machen können“, sagt Ahrenhövel. Der Computer erfasse Daten zur Streumenge und -dichte sowie Strecke und Dauer des Einsatzes. Genau aus diesem Grund könne man bei der Fahrt nicht auf das Salz verzichten, das nun auf der Straße liegen bleibt.

Kein Problem für den Straßenexperten. „Bei Regen wäre das gar nicht aufgefallen und im Winter bleibt das Salz logischerweise ja auch auf der Straße“, sagt er. Die Aufzeichnung über die Streumenge sei satellitengestützt. „Dafür muss das Fahrzeug aber eine gewisse Geschwindigkeit draufhaben über eine längere Strecke“, sagt Tom Ahrenhövel. Die Testfahrt habe nicht zum ersten Mal stattgefunden. „Wir wissen, dass sie Verwunderung bei den Autofahrern auslöst, und haben unsere Mitarbeiter in den Straßenmeistereien angewiesen, solche Fahrten auch als Testfahrten auszuweisen.“ Warum diesmal kein entsprechendes Begleitfahrzeug mitgekommen ist, kann der Mann vom Straßenbauamt nicht erklären.