FROST IM MAI

Winzer in Rattey geben 2019er Wein doch nicht verloren

Fast fünf Grand unter Null Anfang Mai – das war zu viel für die jungen Triebe auf den Weinbergen. Sie gingen jämmerlich ein. Aber jetzt gibt es Hoffnung.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Stefan Schmidt, Leiter des Weinguts Schloss Rattey, zeigt, wie die Trauben sich entwickelt haben. Mitte September könnte die
Stefan Schmidt, Leiter des Weinguts Schloss Rattey, zeigt, wie die Trauben sich entwickelt haben. Mitte September könnte die Weinlese beginnen, wenn alles gut geht. Marlies Steffen
Rattey.

Diesen 5. Mai wird Stephan Schmidt vom Weingut Schloss Rattey wohl sein Lebtag nicht mehr vergessen. In der Nacht davor hatte sich Gevatter Frost in einigen Teilen des Strelitzer Landes noch einmal so richtig ausgetobt und die Temperaturen auf fast minus fünf Grad unter Null gepeitscht. „Das war ein Schock für uns“, sagt Stefan Schmidt, der Leiter des Weinguts. Die bereits bis zu 20 Zentimeter langen Triebe waren komplett erfroren und nicht mehr zu gebrauchen. Einen Ernteausfall von um die 50 Prozent befürchtete er damals. Inzwischen kommt Schmidt allerdings wieder ganz entspannt daher. Er ist sogar optimistisch, dass es in diesem Herbst eine gute Weinlese geben könnte. Wenn überhaupt, dann fallen die Erträge um 20 Prozent geringer aus als im Vorjahr, so seine Prognose. Aber im überdurchschnittlichen Sommer 2018 sei die Lese auch überdurchschnittlich gut gewesen.

Abwehrkräfte aktiviert

Die Reben haben nach dem Frost im Mai sozusagen ihre eigenen Abwehrkräfte aktiviert und über ihre sogenannten Nebenaugen – das sind die Stellen neben den ursprünglichen ersten Austrieben – nachgelegt. Vor allem der hochsommerlich verlaufene Juni habe den Pflanzen anschließend einen ordentlichen Entwicklungsschub verpasst.

Die diesjährige Weinlese erwartet Stefan Schmidt nunmehr für die zweite Septemberhälfte. Das ist etwa drei Wochen später als im vergangenen Jahr. Da sei der Wein aber auch deutlich früher als sonst von den Rebstöcken geholt worden.

Bislang macht den Ratteyer Winzern auch die Trockenheit nicht zu schaffen, verdeutlicht Stefan Schmidt. Die Wurzeln der Rebstöcke würden bis zu sieben Meter in die Erde reichen. Da sei offenbar auch noch ausreichend Wasser vorhanden. Auch würden die Bäche um Rattey herum immer noch Wasser führen, sagt Schmidt, der das Weingut Schloss Rattey mit Sachverstand und Herzblut aufgebaut hat und damit zum Wegbereiter für gut ausgebaute Weine aus dem Norden Deutschlands wurde. Mit 4,7 Hektar Anbaufläche ist das Weingut das größte in Norddeutschland. Schloss Rattey ist zudem eines von nur vier Schlossweingütern im Osten Deutschlands.

Frost macht um den Burgarten einen Bogen

Der Frost hat im Mai übrigens nicht überall die Reben übel zugerichtet, sagt Stefan Schmidt. Während auch auf dem Burg Stargarder Weinberg am Teufelsbruch und im Pasenower Weinberg vor allem im unteren Teil der Hänge viele Triebe erfroren, machte Väterchen Frost um den Weinberg im Burggarten auf der Burg Stargard einen Bogen.

Was die Lese aus dem vergangenen Jahr angeht, würden derzeit die Weißweine und Roséweine in Flaschen gefüllt. Der Rotwein reife noch. Insgesamt hatte es im vergangenen Jahr eine Rekordernte gegeben. 30 000 Flaschen können gefüllt werden. „So viel hatten wir noch nie“, befindet Stefan Schmidt.

Und Preise und Medaillen hat es für den Ratteyer Wein auch wieder gegeben. Auf der diesjährigen Messe in Stuttgart für pilzwiderstandsfähige Sorten gab es für die Ratteyer zwei Goldmedaillen für den 2017er Phoenix-Solaris halbtrocken mit 95 Punkten und für den 2016er Phoenix trocken mit 93 Punkten. Silber ging an den 2017 Solaris halbtrocken, den 2017 Solaris Maischegärung (Orange Wine), an den 2016er Solaris Eikspon, barriquegereift, und den 2015er Phoenix Eikspon.

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