Dauerhoch und Trockenheit
Wird das Wasser allmählich knapp?

Munter sprudelt der Brunnen auf dem Neustrelitzer Markplatz. Damit beschert er den Stadtbesuchern einen schönen Moment der Erfrischung. 
Munter sprudelt der Brunnen auf dem Neustrelitzer Markplatz. Damit beschert er den Stadtbesuchern einen schönen Moment der Erfrischung.
Heike Sommer

Das Sommerwetter beschert der Region jede Menge Sonnenschein, aber kaum Niederschlag. Der Wasserverbrauch steigt, denn nicht nur Menschen sind durstig.

Die 4000er-Marke wurde bereits im Mai geknackt. Am letzten Tag dieses Monats registrierten die Stadtwerke Neustrelitz eine Tagesabnahme von 4098 Kubikmetern Wasser. Rekord. Zuletzt wurde diese Marke im Jahr 2010 erreicht. „Im Zusammenhang mit der anhaltenden Trockenheit in der Region verzeichnen die Stadtwerke Neustrelitz einen erhöhten Wasserverbrauch“, bestätigt Andreas Kolbatz, der für Wasser zuständige Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Neustrelitz. Der Höchstwert lag im vergangenen Jahr bei 3660 Kubikmeter. Allerdings war 2017 auch ein verregneter Sommer.

Keine Engpässe wie in Sachsen-Anhalt

An „normalen Tagen“ werden im Versorgungsbereich der Stadtwerke Neustrelitz durchschnittlich 2700 Kubikmeter abgegeben. „Momentan pegelt sich die tägliche Abgabemenge bei rund 3400 Kubikmetern ein“, sagt Kolbatz. Von Engpässen bei der Wasserversorgung könne im Versorgungsbereich der Stadtwerke Neustrelitz aber noch lange nicht die Rede sein. Anders sieht es beispielsweise Städten von Sachsen-Anhalt aus. Medienberichten zufolge wird hier aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit bereits das Trinkwasser knapp. Bewohner in Salzwedel wurden aufgefordert, das Bewässern von Rasenflächen zu unterlassen.

Von derlei Szenarien ist die Strelitzer Region weit entfernt. Wie Andreas Kolbatz unterstrich, schöpfen die Stadtwerke Neustrelitz trotz des erhöhten Bedarfs nur etwa 60 Prozent der vom Landkreis genehmigten Wassermenge aus. Dass immer noch aus dem Vollen geschöpft werden kann, zeige auch ein Blick in die Geschichte, so Kolbatz. Zu DDR-Zeiten, als noch nicht so sparsam mit Wasser umgegangen wurde und in Neustrelitz die sowjetischen Streitkräfte stationiert waren, hatte es Tagesabgaben von bis zu 12.000 Kubikmetern Wasser gegeben.

Anweisung: Schotten dicht!

Die Stadtverwaltung sieht deshalb auch noch keinen Anlass, die Neustrelitzer zum Wassersparen anzuhalten. „Wir haben bisher keine Engpässe oder Störungen im Trinkwassernetz“, erklärt Bürgermeister Andreas Grund. „Natürlich sollten die Leute aber sowieso immer sparsam im Wasserverbrauch sein“.

Um das vorhandene Wasser auf Wiesen und Feldern zu halten, gibt es beim Wasser- und Bodenverband derzeit nur eine Anweisung: Schotten dicht. „Alles, was an Wasser kommt, halten wir zurück“, sagt Burkhard Pfeiffer, Verbandsingenieur beim Wasser- und Bodenverband Obere Havel/Obere Tollense.

Für die Schifffahrt ergeben sich trotz niedriger Wasserstände in einigen Flüssen und Seen ebenfalls keine Probleme, heißt es aus dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt. „Die Situation ist zwar schon eine völlig andere als im Sommer vor einem Jahr, als es vor allem Ende Juni viel geregnet hat, aber wir sehen noch kein Anlass zur Sorge“, so Amtsleiter Christoph Linke. „Die Pegelstände sind auch bei jedem See unterschiedlich. Der Useriner See hat zum Beispiel einen sehr niedrigen Wasserstand, in der Müritz oder im Tollensesee dagegen ist der Zustand noch normal“, so Linke.

Kommentare (1)

3 Bundesländer haben derzeit Schulferien, damit steigt auch bei uns die Zahl der Übernachtungen an. Hinzu kommt der steigende Bootsverkehr an den Schleußen. Auch einige Bauern müssen noch ihre Felder weiter sprengeln. Der Wasserverbrauch steigt dadurch nach oben an.