SOMMERFERIEN

Wo es in der Seenplatte Erholung ohne Handy-Empfang gibt

Die Jugendnaturschutzakademie in Brückentin verzeichnet jährlich bis zu 20 000 Übernachtungen. In den Sommerferien herrscht hier wieder jede Menge Trubel.
Ulrich Krieger Ulrich Krieger
Aus dem ehemaligen Trafohäuschen in Brückentin wurde ein Kletterturm. Im Inneren sind Nistmöglichkeiten für Fledermäuse und demnächst entsteht darin eine Fledermausausstellung.
Aus dem ehemaligen Trafohäuschen in Brückentin wurde ein Kletterturm. Im Inneren sind Nistmöglichkeiten für Fledermäuse und demnächst entsteht darin eine Fledermausausstellung. Ulrich Krieger
Brückentin.

Versteckt im Wald liegt, nicht einmal zwei Kilometer von Comthurey entfernt, das nur aus wenigen Häuser bestehende Dorf Brückentin. Zu erreichen ist es von Comthurey aus über einen schmalen Waldweg, der sich durch die wunderschöne Natur schlängelt. Trotzdem oder gerade deswegen tobt hier fast immer der Bär. Denn gerade bei Kindern dürfte Brückentin aufgrund der Jugendnaturschutzakademie bekannt sein. Seit 1994 werden hier Alleinreisenden, aber auch Kita-Gruppen, Schulklassen und Ferienkinder, also vor allem junge Gäste, begrüßt. Die Nachfrage sei riesig, heißt es vom Trägerverein. Selbst 12. Klassen reisen an, um in der Naturschutzakademie für Leistungskurse in Biologie, Geografie oder Chemie besser büffeln zu können. Denn die Schüler dürfen ein im Objekt befindliches Labor nutzen.

Zwei Wochen viel Spaß

In der Hauptsaison kümmern sich bis zu 15 Betreuer um das Wohl ihrer fast 130 Gäste pro Durchgang. Bis zu 20 000 Übernachtungen werden in Brückentin pro Jahr gezählt. „Wer kurzfristig bei uns mit einer Gruppe anreisen will hat keine Chance. Für die nächsten zwei Jahre sind wir schon voll ausgebucht und selbst für das dritte Jahr gibt es schon Buchungen“, erklärt Manuela Modes vom Geschäftsführer-Team. So sei das übrigens in jedem Jahr. Das Team der Jugendnaturschutzakademie schaffe es kaum, in der Schließzeit von November bis zu den Winterferien im Februar alles wieder für die neue Saison herzurichten. Da standen zuletzt große Arbeiten an. So wurde ab November 2018 etwa die Küche komplett saniert oder im Vorjahr ein ehemaliges Trafohaus zum Kletterturm umgebaut.

Was macht diese Jugendnaturschutzakademie nun so besonders? Das konnten 111 Berliner Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren gerade erleben. Sophia Erdmann (9) war zum Beispiel schon das siebte Mal dabei, Freundin Tabea Schmidt (10) schon ein Mal und für Carlotta Jacob (9) war es die Premiere in Brückentin. „Es ist kaum zu glauben, dass wir zwei Wochen ohne Handy ausgekommen sind und trotzdem keine Langeweile hatten“, sagen die drei Berliner Mädels und berichten von ihren Erlebnissen. Rehe hatten sie beobachtet, Brot im Lehmbackofen gebacken und ein Wikingerboot gebaut, um nur ein paar Dinge zu nennen.

Themenaufgaben gleich für die ganze Gruppe

Oft sei der Tagesablauf durch die Vergabe von Themenaufgaben geprägt, die nur in der Gruppe erledigt werden können. „Damit ertüchtigen wir die Kinder, teamfähig zu sein,“ erklärt Modes. Natürlich sollen die Mädchen und Jungen dabei aber ihre Freiheiten voll ausleben. „Sie entscheiden selbst, wo sie mitmachen möchten oder auch nicht. Immer wieder motivieren wir sie, etwas Neues auszuprobieren und gehen dabei soweit wie möglich auf ihre Wünsche ein“, sagt Modes. Es sei immer wieder erstaunlich zu erleben, dass gerade Kinder aus Großstädten sogar Angst haben, am Tag in den Wald zu gehen, weil sie das zuvor noch nie gemacht oder erlebt haben.

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