Hundesport in Neustrelitz

▶ Wo Hunde auf einen einzigen Click hören

Einem Hund Manieren beizubringen, muss gar nicht so schwierig sein. Der Verein Neustrelitzer Hundefreunde bietet dazu regelmäßig Kurse an.
Hundetrainer Frank Bock macht Elke Achilles und ihre Airdale Terrier-Dame Frieda mit dem sogenannten Clickern vertraut.
Hundetrainer Frank Bock macht Elke Achilles und ihre Airdale Terrier-Dame Frieda mit dem sogenannten Clickern vertraut. Heike Sommer
Dina Bähr und Kati Heyn wollen den beiden zwölf  Wochen alten Husky-Welpen mit Hilfe der Clicker-Methode Manieren be
Dina Bähr und Kati Heyn wollen den beiden zwölf Wochen alten Husky-Welpen mit Hilfe der Clicker-Methode Manieren beibringen. Heike Sommer
Neustrelitz

Hundeausbilder Frank Bock macht gleich zu Beginn klar: „Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass es heute sofort klappt.“ Zehn Hundebesitzer sind der Einladung des Vereins gefolgt, das sogenannten Click-Training kennenzulernen. Doch bevor es auf den Übungsplatz geht, erläutert Bocks Vereinskollegin Stefanie Reimann die Grundzüge dieser Erziehungsmethode. „Sie wurde ursprünglich beim Delphintraining angewendet, findet sich aber mittlerweile überall in der Tierhaltung“, sagt sie.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Zum Einsatz kommt ein ganz gewöhnlicher Knackfrosch, wie man ihn aus dem Spielzeuggeschäft kennt. „Mittlerweile gibt es die verschiedensten Varianten in unterschiedliche Tonlagen“, sagt Stefanie Reimann. Auf diesen Knackton – auch Clickern genannt – wird der Hund konditioniert. „Er muss verinnerlichen, dass Clickern gleich Belobigung bedeutet“, sagt die ehrenamtliche Ausbilderin, die selbst ihre zwei belgischen Schäferhunde so trainiert.

Es spiele dabei keine Rolle, wie alt der Hund ist. Frank Bock beispielsweise, der den Verein der Neustrelitzer Hundefreunde seit 20 Jahren leitet, hat seinen Schäferhund erst im Alter von sechs Jahren auf diese Erziehungsmethode umgestellt – mit Erfolg. Die wichtigsten Regeln: Konsequenz und Geduld. Nach dem theoretischen Teil geht es auf den Übungsplatz, hier sollen sich die Teilnehmer mit dem Clickern vertraut machen. Den Ausbildern ist klar: Nicht jedem liegt diese Methode.

[Video]

Welpenspiel als erste Ausbildungsstufe

Kati Heyn und Dinah Bähr sind mit ihren Husky-Welpen auf das Vereinsgelände am Bürgerseeweg gekommen. Sie versprechen sich von der Click-Methode einen guten Weg, ihren Hunden die Grundkommandos wie Sitz, Platz und Fuß beizubringen. An Training im Sinne von Hundesport denken sie noch nicht.

Anders sieht es bei Elke und Dieter Achilles aus. Die dreijährige Airdale-Terrier-Dame Frieda bringt das Paar auf Trab. „Ehrlich, wir würden sonst wahrscheinlich häufiger auf der Couch vor dem Fernseher liegen“, sagt Elke Achilles. Vor einem Jahr haben sie sich dem Verein der Neustrelitzer Hundefreund angeschlossen und sind nun regelmäßig zum Training auf dem Platz.

Ungefähr 30 Mitglieder zählt der Verein. „Die Zahl schwankt. Mancher bleibt ein ganzes Hundeleben im Verein, andere nur eine Saison“, sagt Frank Bock. Das Angebot des Vereins ist weitgefächert und steht unter der Überschrift: Spiel, Sport, Spaß und Erziehung mit Hunden.

„Tipps und Hinweise für den Alltag”

Logisch, dass der Verein Welpenspiel als erste Ausbildungsstufe anbietet. „Hier werden die ersten Grundregeln im Umgang der Hunde untereinander und mit dem Menschen angesprochen, Tipps und Hinweise für den Alltag werden vermittelt“, sagt Frank Bock.

Wer später mehr für sich und seinen Hund will, kann zwischen Hindernistraining, Sporthundeausbildung sowie Familien- und Begleithundeausbildung wählen. In den Wintermonaten ruht das Training. Ab März geht es wieder los auf dem Platz. Dabei ist dieses Jahr ein besonders für den Verein: Im Oktober kann der 20. Geburtstag gefeiert werden.

 

Kontakt: www.hundefreunde-

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Kommentare (2)

Und warum ist dies nicht gesetzliche Pflicht für alle Hundehalter?

Diese Art der Hundeerziehung ist schlicht nicht das Allheilmittel, für das man es hält.
Ich lehne die Klicker Methode für meine Hunde (Herdenschutzhund/Teckel) ab.
Es gibt sicherlich Rassen, bei denen diese Methode funktioniert, z.B. Malinois, Terrier etc.
Das wichtigste im Umgang mit Hunden sind die drei Säulen Frühsozialisaton, enge Bindung und Konsequenz.
Es gibt Hunde die wollen ihrem Besitzer immer gefallen. Hier macht Klicker Training durchaus Sinn.
Aber meine Hunde müssen Ihre Aufgabe intuitiv erfüllen, da sie auch Entscheidungen treffen müssen, wenn ich im Bett liege und sie die Herde schützen bzw die Teckel bei der Arbeit im Bau. Hier darf man nicht den Klicker verwenden.
Trotzdem gilt, Beschäftigung mit den Hund ist immer gut.
Aber nicht als Pflicht.
Wir sollten lieber daran denken, den Hund wieder Hund sein zu lassen, gesund züchten und ihn als Individuum zu betrachten.
Ich bin hier für einen Wesenstest ab 20kg bzw 30cm Schulterhöhe.