WILDE SAU

Woldegk hat ein Wildschwein-Problem

Bürger der Stadt versprechen sich Abhilfe von einem Zaun, den die Stadt errichten soll. Sie haben sogar Unterschriften gesammelt.
Der Wasserstand des Stadtsees ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Woldegker Bürger meinen auch hierfü
Der Wasserstand des Stadtsees ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Woldegker Bürger meinen auch hierfür als eine Ursache die Wildschweinplage zu sehen. NK-Bildmontage mit Fotos: Marlies Steffen/Nordkurier-Archiv und Fredrik von Erichsen
Woldegk.

Sie suchen sich mitten in der Stadt ihr Futter und machen selbst vor dem Woldegker Heldenhain nicht halt: In der Windmühlenstadt gibt es schon seit Längerem Ärger mit Wildschweinen, die alles aufwühlen und dabei auch Schäden anrichten. Und die, wenn Menschen auf sie treffen, auch kreuzgefährlich werden können. Bürger haben nun von der Stadt die Errichtung eines stabilen Zauns gefordert, der das Schwarzwild fernhalten soll. Konkret geht es um einen 275 Meter langen Bereich zwischen der Festwiese und dem Stadtsee. Eine entsprechende Sammlung mit Unterschriften von 62 Petenten liegt Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) sowie der Stadtvertretung vor.

Jagd in befriedeten Bereichen ist untersagt

Indessen, einen Zaun wird es nicht geben, dieser löse das Problem nicht, argumentiert das Stadtoberhaupt. Die Schweine würden sich dennoch ihren Weg suchen. Das Thema hat auch in der Sitzung der Stadtvertretung in dieser Woche eine Rolle gespielt. Eine Lösung allerdings ist nicht so einfach zu bekommen. Denn Wildschweine, die in der Stadt unterwegs sind, können auch nicht so einfach abgeschossen werden, da die Jagdausübung in befriedeten Bereichen untersagt ist.

Jedoch ist aus Sicht des Bürgermeisters das Problem in gewisser Weise hausgemacht. Denn die jahrelange Lagerung von Abfällen in den Gärten und in deren Umland habe den Bereich am Stadtsee für Keiler, Sau und die ganze Schweinefamilie zu einer attraktiven Futterquelle gemacht. Wichtigste Voraussetzung, um Abhilfe zu schaffen, sei es demnach, Abfälle und Müll jeder Art zu beseitigen, macht Lode deutlich. Der Bürgermeister erinnert daran, dass das Thema bereits mehrfach Gegenstand von Beratungen war, auch eine Ortsbegehung habe stattgefunden. Mit dem Landkreis als beauflagende Behörde sei ebenfalls gesprochen worden. Derzeit werde eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Deren Ergebnisse sollen in den Haushaltsplan 2021 einfließen.

Maisanbau, Müll in den Gärten, Trockenheit als Ursachen

In Woldegk wird das Thema schon länger diskutiert. Bürger hatten sich zu Wort gemeldet und geltend gemacht, dass die Wildschweinplage nicht allein auf die Müllablagerungen in den Gärten und deren Umgebung zurückgehen würde. Auch die Trockenheit der vergangenen Jahre und die damit einhergehende Verlandung des Stadtsees sei ein Grund. Zudem würde zunehmend Mais angebaut.

Die Bürger hatten auch argumentiert, dass es aus ihrer Sicht unerheblich sei, ob die unsachgemäß entsorgten Gartenabfälle oder die Eicheln im Heldenhain die Wildschweine anlocken würden. Aus ihrer Sicht sei es zu bezweifeln, ob allein die Beräumung der Gartenabfälle ausreiche, um der Wildschweinplage Herr zu werden.

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