BAUWERKE

Woldegk will Konzept für die Mühlen

Die Windmühlen sind das Wahrzeichen von Woldegk. Aber die Zeugnisse eines alten Handwerks sind in die Jahre gekommen.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Die Mühlen – hier die Museumsmühle – sind das Wahrzeichen der Stadt Woldegk. Das Ensemble ist denkmalgeschützt, es gibt immer wieder Sanierungsbedarf.
Die Mühlen – hier die Museumsmühle – sind das Wahrzeichen der Stadt Woldegk. Das Ensemble ist denkmalgeschützt, es gibt immer wieder Sanierungsbedarf.
Woldegk.

Gerade erst hat der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern bei seiner Jahrestagung in Woldegk auf die vielen gefährdeten Mühlenstandorte im Lande hingewiesen. Auch in der Windmühlenstadt Woldegk ist nicht alles Gold, was glänzt, wie es so schön heißt. Im Gegenteil, es besteht erheblicher Handlungsbedarf, wie sich bei einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit Vertretern des Heimat- und Mühlenvereins und des Bauamtes im Amt Woldegk zeigte.

Nach Einschätzung von Mühlenwart Roland Stapel gibt es an etlichen Stellen Anlass zur Sorge. Das hat nicht nur mit den immer wieder anfallenden Reparaturarbeiten an den denkmalgeschützten Zeugnissen eines alten Handwerks zu tun. Aktuell muss beispielsweise das Dach der Museumsmühle abgedichtet, Schindeln müssen erneuert werden. Auch das Mühlenumfeld ist nicht unproblematisch, schätzt der Mühlenwart ein. Der Zugang über den Mühlenberg ist angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft nicht barrierefrei zu erreichen. Er müsste zumindest teilweise für Rollstuhlfahrer und Rollatorenbesitzer nutzbar gemacht werden. Ohne dass dabei ein Konflikt mit dem Denkmalschutz entsteht.

Bürgermeister kündigt Mühlen-Konzept an

Auch der Umgang mit dem Spielplatz sollte nach Meinung von Roland Stapel auf den Prüfstand. Denn bei Festen werde das eigentlich den Kindern vorbehaltene Areal meistens als Toilette missbraucht oder – ebenso missbräuchlich – von den Rauchern in Beschlag genommen. Veränderungspotenzial besteht beispielsweise auch, was das Infozentrum und das Backofenensemble angeht. Grundsätzlich wünscht sich Roland Stapel, dass die Einarbeitung auf seinen Nachfolger langsam aber sicher erfolgen sollte. Wenngleich der Mühlenwart nicht von heute auf morgen in den Ruhestand geht.

Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) kündigte angesichts der Aufgaben, die mit dem Mühlenensemble zu tun haben, die Erarbeitung eines Konzeptes an. Wie teuer etwaige Veränderungen auf dem Mühlenberg für die Stadt werden könnten und was dafür für ein behördlicher Aufwand betrieben werden muss, ist bislang nicht bekannt.

Vertretung für Mühlenwart gesucht

Das Stadtoberhaupt machte auf der jüngsten Sitzung der Woldegker Stadtvertretung jedoch auch unmissverständlich klar, dass an einem Mühlenwart als festangestelltem Mitarbeiter der Stadt künftig nicht gerüttelt wird. Derzeit sucht die Stadt auch eine Vertretung, falls der Mühlenwart nicht vor Ort sein kann. Interesse für die Mühlen und die Fähigkeit, gern mit Leuten in Kontakt zu treten, werden vorausgesetzt. Interessierte können sich im Amt Woldegk (0396325650) am Karl-Liebknecht-Platz 2 melden und dort weitere Einzelheiten besprechen oder auch eine Bewerbung abgeben.

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