Antrag abgelehnt

Wolf darf nicht abgeschossen werden

Aus der Feldberger Seenlandschaft war ein Antrag auf Abschuss eines Wolfes gestellt worden, weil er einem Kind zu nahe kam. Es wäre ein Präzedenzfall für den Landkreis gewesen.
Am Hullerbusch nahe Feldberg kam ein Wolf einem Mädchen im Sommer sehr nahe. Der Antrag auf Abschuss des Wolfes in der Fe
Am Hullerbusch nahe Feldberg kam ein Wolf einem Mädchen im Sommer sehr nahe. Der Antrag auf Abschuss des Wolfes in der Feldberger Seenlandschaft wurde nun abgelehnt. ALEXANDRE - Fotolia.com (Symbolfoto)
Feldberg

Am Ende ging es nach monatelanger Wartezeit plötzlich sehr schnell: Erst bekam der Nordkurier diese Woche auf Nachfrage beim Landkreis noch die Antwort, „dass die Bearbeitung des Antrags viel Zeit in Anspruch braucht, weil es sich dabei um ein sehr anspruchsvolles Verfahren handelt“. Einen Tag später war die Sache dann auf einmal doch entschieden: Der Antrag auf Abschuss eines Wolfes in der Feldberger Seenlandschaft ist abgelehnt.

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Wolf soll Kind nahe gekommen sein

Der Antrag war bereits im August gestellt worden. Auslöser war ein Bericht über ein Zusammentreffen zwischen Wolf und Mensch. Am Radweg zwischen Wittenhagen und Hullerbusch nahe Feldberg soll Isegrim einem Kind sehr nahe gekommen sein. Bei der Entscheidung, den Wolf nicht abzuschießen, dürfte das Schweriner Landwirtschaftsministerium, in dessen Zuständigkeit der Umgang mit dem geschützten Tier fällt, ein erhebliches Wörtchen mitgesprochen haben: Die offizielle Mitteilung bekam der Nordkurier aus dem Backhaus-Ministerium.

„Der von Ihnen genannte Antrag auf eine Entnahme von Wölfen wird von der zuständigen unteren Naturschutzbehörde, dem Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zurückgewiesen werden“, heißt es darin. Begründet wird die Entscheidung mit den fehlenden rechtlichen Voraussetzungen für einen Wolfs-Abschuss. „Kritische Nahbegegnungen von Wölfen und Menschen konnten nicht festgestellt werden“, heißt es weiter in der Begründung.

Die Wildbeobachtungskamera am Radweg zwischen Hullerbusch und Wittenhagen war nach vier Monaten in der vergangenen Woche abgebaut worden, noch bevor über den Antrag entschieden wurde. Auch andere Wildkameras vor Ort hätten in diesem Zeitraum keine Wolfsbeobachtung ergeben, sagte Ministeriumssprecher Claus Tantzen.

Bürgermeisterin fordert Beachtung der Experten

Die lange Verfahrensdauer in der Sache kann Feldbergs Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) nicht nachvollziehen. „Ein mit der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft und dem Jagdausübungsberechtigten abgestimmtes konsequentes und zeitnahes Handeln wurde von Anfang an nicht in Erwägung gezogen“, kritisiert sie. Die Wolfsbegegnung mit dem Mädchen habe am 23. Juli stattgefunden. Bereits nachmittags war das Wolfsmonitoring vor Ort und noch am gleichen Abend sei Antrag auf Entnahme gestellt worden, erinnert sich von Buchwaldt.

Bei einer Wolfspopulation, die sich jährlich um rund 30 Prozent erhöht, sei es nur eine Frage der Zeit, dass Konflikte zwischen Mensch und Tier entstehen. Die Bürgermeisterin fordert, den Fachleuten, also den Jägern, Landwirten und Forstwirten, die sich täglich in Wald und Flur aufhalten, mehr Beachtung zu schenken und den Wolf nicht nur „mit den verharmlosenden Augen des Artenschutzes“ zu betrachten.

„Das Freiluft-Experiment mit einer wachsenden Wolfspopulation, das hier gerade auf Kosten der Menschen im ländlichen Raum stattfindet, wird scheitern, wenn alle Behörden nicht endlich zeitnah und konstruktiv sowie ideologiefrei zusammenarbeiten“, sagt sie.

Im Bereich des Naturparks Feldberger Seenlandschaft lebt nach Darstellung des Landwirtschaftsministerium zurzeit ein Rudel mit der Bezeichnung WOK (Wokuhl). Dieses hält sich vor allem im Gebiet des Forstamtes Lüttenhagen sowie im Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks auf. Wie groß das Rudel inzwischen ist, darüber machte das Ministerium keine Angaben.

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