Attacke auf Ahrensberger Weide

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Wolf reißt seltene Schafe

Winfried Rossow, Pferdewirt auf dem Gutshof Ahrensberg, zeigt auf die typische Bisswunde an der Kehle des Tiers. Alles deutet auf einen Wolf hin.
Winfried Rossow, Pferdewirt auf dem Gutshof Ahrensberg, zeigt auf die typische Bisswunde an der Kehle des Tiers. Alles deutet auf einen Wolf hin.
Tobias Lemke

Nahe Wesenberg hat das Raubtier hat mit großer Wahrscheinlichkeit wieder Haustiere gerissen. Der Chef des betroffenen Landwirtschaftsbetriebs geht davon aus, dass inzwischen mehr als ein Wolf die Region durchstreift. 

Erst hatte es eine Herde bei Schwarz erwischt, vor kurzem dann Nutztiere im Lychener Raum und weitere bei Röbel. Da war es also nur eine Frage der Zeit, wann der Wolf auch in Mecklenburg-Strelitz auf Beutezug geht. Jetzt hat das Raubtier mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer Weide vom Gutshof Ahrensberg zugeschlagen. Zwei trächtige Mutterschafe, zwei Zuchtböcke und ein kleines Lamm hat sich Isegrim geholt.

In der Nacht zum Mittwoch habe sich der Wolf unter dem Drahtzaun, der die Weide schützt, hindurch gewühlt und anschließend die Schafe gerissen, erzählt Gutshof-Besitzer Adolf Bachmann. Mitarbeiter Winfried Rossow hat die toten Tiere am Morgen entdeckt. "Ein Bock röchelte noch, den mussten wir einschläfern. Das Lamm ist komplett verschwunden, das hat der Wolf verschleppt", erzählt er. Volker Spicher, Mitarbeiter im Müritz-Nationalpark und vom Land Mecklenburg-Vorpommern beauftragter Rissgutachter, hat die toten Tiere und Spuren auf der Weide überprüft. "Ein Wolf kann nicht ausgeschlossen werden. Die Bissspuren an der Kehle sind sehr wolfstypisch", so seine ersten Erkenntnisse.

Über den ungebetenen nächtlichen Gast ist Adolf Bachmann natürlich erbost. Zumal eine seltene Haustierrasse Opfer des Wolfes wurde. "Wir züchten hier wertvolle Coburger Fuchsschafe", erklärt er. Etwa drei Jahre brauche die Herde nun wieder, um zu alter Stärke zu gelangen. Bachmann überlegt aber nun, ob er überhaupt noch weiterhin Schafe züchten will. Denn in der Region ziehe längst nicht mehr nur ein einziger nachgewiesener Wolf seine Runden. Spicher will das nicht ausschließen, warnt aber vor Spekulation.

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