STARGAST BEIM MÜHLENTAG

Wolfgang Ziegler singt in Woldegk

Sein Hit „Verdammt und dann stehst du im Regen“ ist noch immer ein Ohrwurm. Aber auch mit anderen Liedern hat Wolfgang Ziegler seinem Publikum etwas mitzuteilen. Der gebürtige Rostocker ist am Pfingstmontag beim Mühlentag in Woldegk der Stargast. Marlies Steffen hat mit ihm gesprochen.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Der Sänger Wolfgang Ziegler kommt am Pfingstmontag mit seiner Tochter Sabrina zum Konzert nach Woldegk.
Der Sänger Wolfgang Ziegler kommt am Pfingstmontag mit seiner Tochter Sabrina zum Konzert nach Woldegk.
Woldegk.

Verdammt, Herr Ziegler, haben Sie bei einem Konzert unter freiem Himmel eigentlich schon mal so richtig im Regen gestanden?

Oh ja, das ist sogar schon häufiger passiert, dass es regnete, wenn mein Konzert begann. Das Kuriose, wenn ich singe, hört es meistens auf zu regnen. Keine Ahnung, woran das liegt.

 

Na dann hoffe ich mal, dass es am Montag auf dem Woldegker Mühlenberg nicht so sein wird, denn eigentlich brauchen wir Regen ...

Ach was, es wird bestimmt gar nicht regnen in Woldegk, wenn ich zum Konzert da bin, dieses Mal regnet es nicht.

 

Dieses „Verdammt …“ ist eines Ihrer erfolgreichsten Lieder, Ende der 1980er Jahre waren Sie damit in den Hitparaden ganz oben, es besitzt längst Kultstatus. Singen Sie den Titel immer noch bei Ihren Konzerten und wird man so einem Lied als Interpret nicht auch irgendwann überdrüssig, so nach dem Motto „Schon wieder diese olle Kamelle“?

Überhaupt nicht. Es gab höchstens Anfang der 1990er Jahre ganz kurz solche Momente, da habe ich überlegt, ob ich das Lied noch singe. Aber der Titel ist ein Glücksfall, er hat keine Generation. Wenn ich den Titel singe, singen ältere genauso wie jüngere mit. Es macht mir große Freude, das zu mitzuerleben. Und ja, ich werde das Lied auch in Woldegk singen. Ich freu‘ mich drauf.

 

Sie sind noch immer gut im Geschäft – wie haben Sie nach 1990 die Kurve gekriegt – immerhin war der ostdeutsche Schlager, war die ostdeutsche Popmusik, nach dem Ende der DDR erst mal keinen Pfifferling mehr wert?

Vielleicht lässt es sich mit dem Satz umschreiben, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort etwas wirklich gut machen muss. Na klar habe ich damals auch gespürt, dass sich da keiner mehr bei mir meldet. Ich habe mich zurückgezogen, in drei Titel richtig Arbeit – und auch Geld – investiert. Mit diesen Liedern im Gepäck bin ich dann nach München zu einer Plattenfirma gefahren, habe 1991 mein erstes gesamtdeutsches Album gemacht und bin damit dann auch bundesweit in den Charts gewesen. Du musst arbeiten, nicht warten, dass jemand zu Dir kommt, das ist meine Erfahrung.

 

Wo waren Sie in diesem Jahr schon unterwegs?

Ein Konzert hatte ich zu Beginn des Jahres schon ganz in der Nähe in Neubrandenburg. Außerdem war ich beispielsweise in Schwedt, Gera und Dresden.

 

Die Puhdys drohten einst damit, dass sie bis zur Rockerrente spielen – was auch immer das ist. Die Herrschaften sind längst im Rentenalter und machen jetzt teils solistisch weiter. Sie könnten sich doch eigentlich auch entspannt zurücklehnen und das Rentnerdasein genießen. Warum singen Sie noch?

Ich bin durch und durch Musiker, das ist ein großer Teil meines Lebens. Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als Musik zu machen. Solange ich die Menschen damit erreiche, solange die Konzertbesucher mich hören möchten und solange ich singen kann, mir Texte einfallen, ich Spaß am Produzieren habe, werde ich Musik machen.

 

Wie halten Sie sich fit? Mit fast 75 ist Gesundheit doch kein Selbstläufer?

Ich habe vielleicht das Glück, dass ich gute Gene habe. Aber fast noch wichtiger ist mir, dass ich sehr auf mich achte. Ich bin gut zu meinem Körper. Ich rauche nicht, trinke kaum Alkohol, lebe gesund. Sport treibe ich nicht zielgerichtet, eher mache ich von jedem ein bisschen. Das hat bisher gut funktioniert.

 

Sie treten mit Ihrer Tochter auf, war das Ihre Idee und wie singt es sich so in Familie?

Das war eine Idee von uns beiden. Wir werden zwei Duette singen. Es ist etwas Wunderbares, mit meiner Tochter Sabrina zu singen. Leider klappt es nicht so oft. Sabrina arbeitet in Hamburg, sie singt dort auch solistisch, arbeitet fürs Radio, moderiert. Sie ist ein Allround-Talent

 

Worauf können sich die Besucher des Mühlentags bei Ihrem Konzert in Woldegk freuen?

Auf gute Musik natürlich. Bei meinen Konzerten soll es immer 100 Prozent Wolfgang Ziegler geben. Ich werde übrigens nicht sehr viele ältere Titel bringen. Mein neues Album „Verdammt zum Glück“ ist im vergangenen Herbst erschienen. Daraus wird es etwas geben. Aber ich singe auch meinen aktuellen Song „Wir feiern dieses Leben“.

 

Und die Gartenparty wird’s die auch geben – dieser Titel war schließlich auch ein großer Erfolg und er würde auch in die Atmosphäre auf dem Woldegker Mühlenberg passen, die nächsten Gärten sind nicht weit. Es ist Sommer ...?

Gern singe ich auch die „Gartenparty“.

 

Waren Sie schon mal in Woldegk?

Bestimmt!

 

Ihr Sängerkollege Uwe Jensen hat im vergangenen Jahr in Woldegk für viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil er ein Entwicklungshilfe-Projekt des ortsansässigen Freundeskreises Arusha/Tansania mit großem Einsatz unterstützte. Unter anderem stellte er spontan ein Konzert mit Altstars der DDR-Schlagerszene auf die Beine. Haben Sie davon gehört?

Nein, leider nicht. Wir haben kaum Kontakte miteinander. Aber ich engagiere mich auch ein bisschen für die Entwicklungshilfe. Ich arbeite mit dem Kinderhilfswerk PLANInternational Deutschland zusammen und habe ein Patenkind in Brasilien, das ich auch schon persönlich getroffen habe.

 

Wolfgang Ziegler tritt am Pfingstmontag zum Mühlentag in Woldegk auf dem Mühlenberg auf. Konzertbeginn ist um 16.30 Uhr. Anschließend gibt es eine Autogrammstunde.

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