Tansania-Projekt

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Zwangsstopp für die Afrika-Fahrer an der Grenze

Die Fahrzeuge aus der Mecklenburgischen Seenplatte warten an der Grenze nach Kenia auf die Einreise in das Land.
Die Fahrzeuge aus der Mecklenburgischen Seenplatte warten an der Grenze nach Kenia auf die Einreise in das Land.
privat

Eine defekte Hinterachse, ein geplatzter Reifen und Benzin in einem Diesel-Tank – die Afrika-Fahrer aus der Seenplatte mussten einiges ertragen.

Eigentlich wollten sie sich alle treffen in Tansania. Die Afrika-Fahrer, die Ende September mit ihrem Fahrzeugkonvoi aus der Mühlenstadt aufgebrochen sind, und Andreas Reinke, der vor ein paar Tagen mit Mitstreitern aus dem Verein direkt in die Region Arusha am Mont Meru geflogen war. Doch die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. „Wir sind in dieser Woche zurückgekommen“, berichtete Reinke am Donnerstag.

Der Woldegker ist im Freundeskreis Arusha/Tansania für den ordnungsgemäßen Umgang mit den Spendengeldern vor Ort zuständig. Er fliegt zweimal jährlich nach Tansania, um die Bücher zu prüfen, in die vom Verein errichtete Schule und in das Hospital zu gehen und mit den Menschen zu reden. „Die Reisen bezahlen wir aus eigener Tasche, auch die Kosten für die Unterkunft“, verdeutlicht Reinke. Der Besuch vor wenigen Tagen war also ein turnusmäßiger.

Grenze nach Kenia überschritten

Indessen ist die elfköpfige Delegation, die fünf Fahrzeuge für medizinischen und Transportzwecke nach Tansania bringt, auf dem letzten Fünftel ihrer langen Reise über die Kontinente angekommen. Am Mittwochmorgen haben die Entwicklungshelfer die Grenze von Äthiopien nach Kenia überschritten. Angekommen waren sie schon am Dienstagabend dort, „aber die Grenzen werden über Nacht geschlossen“, sagte Harald Pfeiffer, der Vereinsvorsitzende des Freundeskreises, dem Nordkurier. Auf der keniatischen Seite der Grenze verging dann noch der Mittwoch und der Donnerstag mit Formalitäten. Der Zoll habe fehlende Motornummern in den Fahrzeugpapieren bemängelt, erfuhr der Nordkurier.

Massai wollen den Tross an der Grenze abholen

Von der kenianischen Grenze bis zum Ziel in Tansania sind es noch etwas mehr als 1000 Kilometer, die eigentlich in zwei Tagen absolviert sein sollen. Die Massai, für die die Mecklenburg-Strelitzer in der Region Arusha Entwicklungshilfe leisten, wollen den Tross aus Deutschland am Sonnabend an der Grenze abholen, sagte Andreas Reinke.

Seit dem 25. September haben die Mitglieder des Freundeskreises Arusha dann mehr als 5000 Kilometer zurückgelegt. Dies teils unter strenger Bewachung, so wie in Ägypten, wo der Konvoi bis zur Grenze zum Sudan von Polizisten begleitet wurde. Die rund 1700 Kilometer von der ägyptischen Grenze durch den Sudan bis nach Äthiopien mussten vom 31. Oktober bis zum 2. November durchquert werden, auch das haben die Entwicklungshelfer aus Deutschland geschafft. Eigentlich wollte die Truppe bereits Mitte Oktober in Tansania angekommen sein, allerdings gab es in Ägypten einen langen Zwischenstopp über zwei Wochen, weil die Fahrzeuge mit einem Schiff aus Istanbul überführt wurden und zuerst ewig unterwegs waren und danach umständliche und bürokratische Formalitäten zu klären waren. Unter anderem mussten die Zulassungen für die Fahrzeuge verlängert werden, es mussten neue vorschriftsmäßige Feuerlöscher beschafft werden. Die vorhandenen waren zu leicht!

Nervenaufreibendes Warten in Alexandria

Die Afrika-Fahrer sind nach eigenem Bekunden wohlauf, obwohl sie derzeit teils lange Fahrstrecken zurücklegen und nach dem nervenaufreibenden Warten in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria anschließend auch einige Turbulenzen mit den Fahrzeugen zu überstehen hatten. Zuerst löste sich ein Reifen von der Hinterachse, wodurch diese Schaden nahm. Dann füllte ein ägyptischer Tankwart versehentlich Benzin in einen Diesel-Tank. Das Ganze wurde in einer dreistündigen Aktion wieder aus dem Tank abgepumpt. Danach gab es noch eine Reifenpanne. Seitdem halten die Fahrzeuge durch, wenn es auch manchmal knifflig wird, berichten die Mitglieder der Gruppe. Sie sind froh, dass sie Fachleute wie Herbert Saß dabei haben, die bislang alle technischen Probleme mit den Fahrzeugen meistern konnten.

Unterstützung seit mehr als zehn Jahren

Der Freundeskreis Arusha/Tansania mit Sitz in Canzow bei Woldegk unterstützt seit mehr als zehn Jahren die von Massai bewohnte Region Arusha. Unter anderem wurde dort ein Hospital und eine Kindergartenschule errichtet. Das jetzige Projekt, Fahrzeuge für medizinische und Transportzwecke in das Land zu transportieren, ist das bislang aufwendigste. Dazu war eine umfangreiche Spendenaktion gestartet worden, die regional und überregional auf eine große Resonanz stieß. Der Verein hat bereits weiterführende Projekte geplant, so soll ein weiteres Hospital errichtet werden.