LANDWIRTSCHAFT

Zwei Biobauern übernehmen Gut Pannstädten

Der Bedarf an Biofleisch wächst. Aber in der Region gibt es kaum noch Schlachter, die für kleine Fleischerzeuger arbeiten. Das wird sich ändern.
Heike Sommer Heike Sommer
Markus Poland und Hans-Christoph Peters betreiben in Dalmsdorf ökologische Landwirtschaft. Am Wochenende laden sie zum Frühlingsfest  auf ihren Hof ein.
Markus Poland und Hans-Christoph Peters betreiben in Dalmsdorf ökologische Landwirtschaft. Am Wochenende laden sie zum Frühlingsfest auf ihren Hof ein. Hans-Christoph Peters
Dalmsdorf.

Das Gut Pannstädten in Dalmsdorf hat neue Pächter. Seit Anfang des Jahres bewirtschaften die Biobauern Markus Poland und Hans Christoph Peters den rund 80 Hektar großen Landwirtschaftsbetrieb. Das Gut Pannstädten wurde im Jahr 2006 von einem Investor gegründet, der bei Dalmsdorf Ödlandflächen für seinen Biobetrieb erworben hatte.

Vorwiegend bedrohte Haustierrassen wurden hier gehalten. Nun will er die Bewirtschaftung anderen überlassen. Markus Poland, der auf dem Gut gelernt hat und Hans-Christoph Peters, der hier viele Jahre als Betriebsleiter tätig war, mussten nicht zweimal gefragt werden. Schließlich verspricht dieser Schritt, die Lösung eines Problems, das den beiden schon lange zu schaffen macht. Und nicht nur ihnen. „Es gibt in der Region für kleinere Erzeuger kaum noch Möglichkeiten, Tiere schlachten zu lassen. Der Schlachthof in Teterow wurde von einem großen Konzern übernommen und wird wohl bald die Schlachtung für Biobauern einstellen. In Woldegk werden nur Schweine und keine Rinder für kleine Erzeuger geschlachtet“, umreißt Markus Poland die Situation.

Angebot auch für andere Viehhalter

Dabei steige der Bedarf an Biofleisch – auch in der Region, so Poland weiter. Im Veterinäramt des Seenplatten-Landkreises sieht man ebenfalls mit Sorge auf die schwindenden Schlachtmöglichkeiten für kleine Betriebe. „Da sind wir am Limit. Insofern kann man es nur begrüßen, wenn ein neuer Schlachtbetrieb die Arbeit aufnimmt“, sagt Amtsleiter Guntram Wagner. Genau das haben Markus Poland und Hans-Christoph Peters vor. Denn auf dem Gut Pannstädten ist ein Schlachthaus vorhanden, das mit vertretbarem Aufwand auf EU-Norm gebracht werden kann.

„Selbst ein Schlachthaus aus dem Boden zu stampfen, würde unsere finanziellen Möglichkeiten übersteigen“, sagt Markus Poland. Darum hätten die beiden Landwirte auch, ohne zu zögern, die Chance ergriffen, das Gut Pannstädten zu übernehmen. Denn damit lassen sich nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits wird die Biolandwirtschaft in Dalmsdorf fortgeführt. Andererseits können die beiden Biobauern ihr Vieh selbst fachgerecht schlachten und diesen Service auch anderen Viehhaltern anbieten.

Frühlingsfest am Sonnabend

„Ich schätze, dass der Betrieb in einem Monat die Arbeit aufnehmen kann“, sagt Markus Poland. Dann werden in Dalmsdorf einmal in der Wochen Schweine geschlachtet und alle zwei Wochen Rinder. „Ich weiß, dass der Bedarf noch größer ist. Aber auch unsere Kapazität ist begrenzt“, sagt Markus Poland.

Am Sonnabend öffnet das Gut Pannstädten ab 11 Uhr seine Tore für Besucher. Die Gäste können sich auf den Weiden und Wiesen umschauen, auf denen Schweine und Schafe, Hühner und Bienen leben. Mehrere Bands werden zum Frühlingsfest aufspielen. Es werden Hofführungen, Rundfahrten mit einem Oldtimer-Lkw angeboten. Kinder können sich beim Kistenklettern und auf der Hüpfburg austoben. Zur Stärkung gibt es Köstlichkeiten vom Bauernhof.

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