BIOLOGISCHE SENSATION

Zwei neue Käferarten im Müritz-Nationalpark entdeckt

Er ist so groß wie eine Streichholzschachtel und selten: der Breitrandkäfer. Naturschützer haben ihn und einen Kollegen bei Serrahn nachgewiesen.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Der Breitrandkäfer ist der zweitgrößte Wasserkäfer der Welt. Er wurde im Müritz-Nationalpark entdeckt.  
Der Breitrandkäfer ist der zweitgrößte Wasserkäfer der Welt. Er wurde im Müritz-Nationalpark entdeckt. Gesine Schmidt
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Serrahn.

Eine kleine biologische Sensation vermeldet die Müritz-Nationalpark-Verwaltung in Hohenzieritz. Erstmals konnten zur Freude der Naturschützer zwei äußerst seltene Wasserkäfer-Arten nachgewiesen werden: der Breitrandkäfer (Dytiscus latissimus) und der Schmalbindige Breitflügeltauchkäfer (Graphoderus bilineatus). Ersterer ist nicht nur selten, sondern mit einer Länge von bis zu 44 Millimeter auch noch außerordentlich groß. „Der Müritz-Nationalpark leistet damit einen nationalen und internationalen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt“, sagte Nationalpark-Sprecherin Ulrike Schade.

In ganz Mitteleuropa kaum zu finden

Die Käfer seien im Sommer bei Untersuchungen rund um das Unesco-Weltnaturerbe Serrahn entdeckt worden. Das Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie habe dort geforscht. „Der Breitrandkäfer ist der größte Schwimmkäfer in unseren Breiten und der zweitgrößte seiner Art in der Welt. Er ist groß wie eine Streichholzschachtel“, beschreibt Ulrike Schade das beeindruckende Insekt. Einst sei das Tier in Deutschland weit verbreitet gewesen. Heute sei es in ganz Mitteleuropa vom Aussterben bedroht. „Insbesondere die Nährstoffbelastung in vielen Gewässern hat neben klimatischen Ursachen zu einem flächenhaften Aussterben der Schwimmkäfer geführt. Beide Arten sind daher in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft gelistet und besonders geschützt.

Auf der Roten Liste

In der Roten Liste Deutschlands wird der Breitrandkäfer als vom Aussterben bedroht geführt, der Schmalbindige Breitflügeltauchkäfer gilt als gefährdet“, erläutert Ulrike Schade. Deutschlandweite Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Verbreitungsschwerpunkt des Breitrandkäfers in Südostmecklenburg sowie in Nordostbrandenburg liegt. Im Müritz-Nationalpark würden sich die letzten Populationen mit relativ vielen Exemplaren befinden. „Mecklenburg-Vorpommern und das Nachbarland Brandenburg haben für seinen Erhalt eine herausragende Bedeutung und tragen nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Verantwortung für ihren Schutz. Von besonderer Bedeutung sind der Erhalt eines stabilen Grundwasserspiegels und die Vermeidung von hohen Nährstoffeinträgen in den Einzugsgebieten der Vorkommensgewässer. Der Nationalpark bietet hierfür die besten Voraussetzungen“, so Ulrike Schade.

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