Fotoausstellung
Zwölf verblüffende Selfies und die dunklen Seiten der Stadt

Auch Kenner der Fotografie, so wie Fotoclub-Chef Roland Klaffke, lockte die Ausstellungseröffnung mit Bilder der Neustrelitzer Fotografin Anne Steffen an. In einer Porträtreihe ist die Fotografin selbst zu sehen.  
Auch Kenner der Fotografie, so wie Fotoclub-Chef Roland Klaffke, lockte die Ausstellungseröffnung mit Bilder der Neustrelitzer Fotografin Anne Steffen an. In einer Porträtreihe ist die Fotografin selbst zu sehen.
Tobias Lemke

Bilder der jungen Neustrelitzer Fotografin Anne Steffen stellt das Tageswerk aus. Die Schau hat ihre verblüffende Momente.

In der Galerie des Freien Ateliers „Tageswerk“ in der Strelitzer Straße ist seit dem Wochenende eine neue Fotoausstellung zu sehen. Unter dem Titel „Im Moment“ zeigt in Neustrelitz erstmals Anne Steffen Einblicke in ihre Fotokunst. Die Ausstellung kann noch bis zum 19. März besucht werden. Nach einer Ausbildung zog es die gebürtige Neustrelitzerin für ein Studium im Bereich Design und Fotografie nach Heidelberg. „Einfach nur die handwerkliche Seite in der Fotografie zu haben, war mir zu wenig“, sagt Anne Steffen. Wer die Fotografie als Kunstform verstehen wolle, müsse tiefer einsteigen. Seit Kurzem ist Anne Steffen nun wieder in heimatliche Gefilde zurückgekehrt und hat sich inzwischen mit einem Grafik-, Design- und Fotografie-Geschäft sowie Kursangeboten in die Selbstständigkeit gewagt.

Der Reiz der Verwandlung

Über die künstlerische Seite in ihren Bildern sprach bei der Vernissage am Sonnabend Künstlerin Cornelia Kestner. Zu sehen ist etwa eine Reihe von zwölf Bildern, in denen sich die Fotografin selbst porträtiert hat. „Sie ruft damit Reaktionen und Emotionen hervor“, sagt Kestner. Das sowohl beim Betrachter als auch bei sich selbst, als sie für diese Bilder in andere Rollen schlüpfte. So nahm Anne Steffen für ein Porträt sogar die Rolle eines Mannes an, schminkte sich einen Dreitagebart, trug eine Herrenfrisur. Die Serie zeigt auf verblüffende Weise, wie das Äußere wirken kann.

Präsentiert wird zudem eine Foto-Reportage, für die Anne Steffen einen jungen Mann ein halbes Jahr lang bei der Arbeit in einem Kanuverleih begleitete. „In den Bildern ist Nähe zu spüren und ein buntes Leben. Die Alltäglichkeit wird gespickt mit vielen interessanten Nuancen“, so Kestner.

Dunkle Bilder überwiegen hingegen in der Serie von Stadtimpressionen. Der Reiz dieser Aufnahmen habe darin gelegen, das Quäntchen Licht in einem ansonsten dunklen Bild zu finden, erklärt die Fotografin. Mit der neuen Ausstellung präsentiert sich das Tageswerk zugleich in einem frischen Gewand. So sei in den vergangenen Wochen umgebaut und umgestaltet worden, war am Rande der Vernissage zu erfahren.