134 Jahre nach dem Tod

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Karl Marx sorgt heute noch für Diskussionen

Weniger das Bild als vielmehr die Aufschrift sorgt für Streitgespräche.
Weniger das Bild als vielmehr die Aufschrift sorgt für Streitgespräche.
Ines Markgraf

Streetart zum Nachdenken – das findet sich seit Kurzem auf einem Trafohäuschen bei Klosterwalde.

In der Uckermark sind nicht wenige Trafohäuschen mit Graffitis verziert. Jetzt aber sticht eines in der Nähe von Klosterwalde bei Templin heraus. Auf diesem Häuschen hat die prominente Berliner Streetartkünstlerin Marycula eins ihrer bekannten Karl-Marx-Werke hinterlassen. Doch mehr als das Konterfei des 1818 in Trier geborenen Gesellschaftstheoretikers hat die Menschen hier der darin verewigte Spruch aufgerüttelt. Dort zu lesen ist nämlich die Behauptung, dass im aktuellen Bundestag unter 631 Abgeordneten nur ein Arbeiter sitzt und die Parteien von ihren Kandidaten für einen Listenplatz bis zu 70 000 Euro aus der eigenen Tasche erwarten.

Nach Auskunft von Bundestagskandidaten wie Stefan Zierke (SPD), Jens Koeppen (CDU) oder Andreas Büttner (Die Linke) stimmt die Behauptung, Kandidaten müssten Zehntausende Euro für einen Listenplatz aufbringen, allerdings nicht. Von ihm habe keiner auch nur einen Cent verlangt, erklärte nicht nur Büttner.